Zocken

 

 

 

 

 

Peter Thiel 

Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

Telefon: 030 / 499 16 880 

Funk: 0177.6587641

E-Mail: info@praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Internet: http://praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Kontaktaufnahme per Mail wird empfohlen.

 

Die nachfolgenden Anfragen wurden teilweise leicht verändert, um die Anonymität der Anfragenden zu sichern.

 

 

 






-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 24. März 2021 15:41
An: ...
Betreff: Anfrage auf einen Therapieplatz

Sehr geehrter Herr Thiel,

Ich unterstütze unseren Sohn Tom (Name geändert) bei der Suche nach einem Therapieplatz mit systemischem Ansatz.

Tom ist 19 Jahre alt und hat mit seit längerem angestauten Themen wie

-depressive Phasen, dadurch bedingte
-Antriebslosigkeit (schafft es morgens oft nicht aufzustehen, um zur Schule zu gehen, ist morgens gar nicht richtig ansprechbar), -evtl. auch ADHS -täglich viele Stunden 8+ zocken am PC mit Freunden.

Er hatte bereits ein Gespräch mit einer Psychotherapeutin, die ihm die systemische Therapie mit Einbezug der Familie, wo es angebracht erscheint, empfohlen hat. Sie kann diese selbst aber aus zeitlichen Gründen nicht anbieten.

Darum wende ich mich heute an Sie mit der Frage, ob Sie für Philip in absehbarer Zeit ein Kennenlerngespräch und ggf einen Therapieplatz ermöglichen können.

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 



 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 3. Mai 2020 20:53
An: ...
Betreff: Vielleicht können sie mir helfen.

Hallo Herr Thiel,
Ich bin Jan, 20 Jahre alt und wohne noch Zuhause. Schreiben tue ich Ihnen aber bezüglich meiner Eltern. Ich konnte ihrer Internet Seite entnehmen dass sie so etwas wie Familien Therapie bzw. Paar Therapie anbieten.

Meine Eltern schreien sich viel an. Sind sich öfters uneinig und bekommen sich dadurch sehr oft in die Haare. Das geht schon seit Jahren so. Ich habe eine kleine Schwester und bemerke wie es sie Emotional genauso verletzt wie mich früher. Mir wurde früher oft gesagt es wären Meinungsverschiedenheiten, aber ich habe schnell gemerkt dass es mehr war. Ich musste als Kind oft darunter leiden. Als ich älter wurde habe ich manche Hintergründe mitbekommen. Zum Beispiel hat es sich in meinen Kopf gebrannt wenn mein Vater früher öfters zu viel Bier getrunken hat und betrunken vorm PC saß und meine Mutter ihn, mitten in der Nacht, ins Bett gerufen und gedrängt hat. Vor ein paar Monaten habe ich und meine Mutter die Vermutung bekommen dass er Online unser Geld verzockt in Fußball Wetten. Wenn man ihn auf so etwas anspricht, wird er laut und wütend. Am Anfang hat er es komplett abgestritten, aber irgendwann hat er es zugegeben. Aber das Ausmaß was wir gesehen haben hat er, wenn wir es richtig gelesen haben, bei weitem untertrieben. Aber wir wissen auch nicht genau, was da dran ist. Wir haben Kreditverträge gefunden, wo wir nicht wissen ob oder für was sie abgeschlossen wurden. Meine Mutter ist keine leichte Frau, sie hat auch ihre Macken. Aber ich denke viel liegt an meinem Vater. Mein Vater leidet sehr unter dem Gefühl dass seine zwei Kinder und vielleicht auch seine Frau ihn nicht lieben. Das mag zum Teil sogar wahr sein. Ich hasse persönlich viele Eigenschaften an ihm. Er hat mich mit seinem Verhalten und seiner Art so oft emotional verletzt. Aber trotzdem weiß ich dass ich ihn liebe, und bei meiner Schwester ist es mit Sicherheit auch so. Sie ist sogar zum Teil wegen so etwas in Psychotherapie. Weil sie eine zu feste Bindung zu meiner Mutter aufgebaut hat und sich Komplexe entwickelt hat, wenn sie nicht da ist. Aber ich denke viel davon liegt halt auch an der Art und dem Verhalten meines Vaters. Ich persönlich denke, dass wir bzw. meine Eltern eine Therapie bräuchten, um quasi externe Hilfe zu bekommen sich wieder wirklich zu nähern. Mein Vater sieht oft seine Fehler einfach nicht ein, und denkt immer das es an allen anderen liegen würde. Zum Beispiel die emotionale Entfernung meiner Schwester zu ihm.

Das Problem ist, dass mein Vater sich strickt gegen eine Therapie wendet. Er macht sich dann immer lustig über mich, und sagt mir was ich doch alles falsch mache. Die Psychotherapeutin meiner Schwester wollte einen Termin mit ihm machen, und auch darüber hat er sich enorm aufgeregt, ihm sei egal ob das für meine Schwester wäre, oder ob sie das bräuchte. Er scheint Angst davor zu haben. Ich habe das ganze seit Jahren beobachtet, keiner der beiden ist wirklich glücklich und sie bekommen es auch nicht selber wieder hin.

Können sie mir helfen, wie ich die ganze Sache noch angehen könnte. Bzw. wie ich meinen Eltern helfen könnte?

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-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 15. April 2019 07:25
An: ...
Betreff: Umgang des Vaters mit dem Medienkonsum des Sohnes

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben 3 Kinder (18, 20, 22 Jahre). Unser 18-Jähriger ist leidenschaftlicher Fortnite-Zocker, zum Leidwesen meines Mannes, der dafür überhaupt kein Verständnis hat - sich auch 0 mit dem Hobby beschäftigt. Der Sohn zockt viel, zudem hat er 2x die Woche Fußballtraining, geht ins Fitnessstudio, liegt im mittleren Leistungsbereich in der Schule (Q1), hat Freunde, ist nett und hilfsbereit. All das genügt meinem Mann nicht. Er will, dass er ehrgeiziger ist, mehr lernt und dafür die Zockerei sein lässt. Ich bin der Meinung, dass er dann auch nicht mehr für die Schule macht und akzeptiere seine Freizeitbeschäftigung. Wenn es mir zu übertrieben scheint, verkürze ich schon mal die WLAN-Zeit und rede mit ihm. Meist sieht er es bei mir ein.

Mein Mann wirft mir vor, dass ich es darauf anlege, dass unser Sohn abstürzt. Er dramatisiert die Zockerei, ist wahnsinnig enttäuscht von ihm - wie auch von unserem ältesten Sohn. Hier liegt meiner Ansicht nach das Grundproblem: die Enttäuschung darüber, dass seine Söhne nicht so funktionieren, wie er es für angebracht hält. Wir können da auch nicht mehr vernünftig miteinander reden, weil ich auch immer das Gefühl habe, ich muss die Jungs in Schutz nehmen. Dann fühlt er sich hintergangen - es ist gerade eine Zwickmühle. Wir finden keine Lösung, die allen passt. Meinen Mann macht das krank, unsere Beziehung leidet darunter. Können Sie uns kurzfristig helfen?

Freundliche Grüße

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-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Donnerstag, 11. April 2019 13:39
An: ...
Betreff:

Sehr geehrter Herr Thiel,

ich schreibe Ihm in dem Namen meiner Schwester ... .

Meine Schwester steckt in einer Krise, aus der sie alleine nicht hinauszufinden scheint.

Ich kann es mir nicht mehr mit ansehen, da sich alles auf dem Rücken Ihres Sohnes ... austrägt.

Ich habe mich schon als er kleiner war viel um Ihn gekümmert, da die “Krisen“ meiner Schwester schon sehr langfristig bestehen.

Seid ich selbst umgezogen bin findet diese Unterstützung leider nicht mehr so häufig statt wie sie es müsste.

Mein Neffe ist jetzt 11 Jahre alt und wird im Oktober 12.

Er ist gerade in der 6ten Klasse und läuft jetzt Gefahr sitzen zu bleiben, da er nie gelernt hat wie man lernt.

Ich kann mich auch nicht daran erinnern das meine Schwester jemals ein Buch mit ihm zusammen gelesen hätte oder ähnliches.

Es ist sehr schwer zu verdeutlichen wo die Probleme liegen, aber ich werde es nachfolgend versuchen.

Das schwierigste, zu erklären warum wir Hilfe brauchen, ist wohl, das man nicht sagen kann das es meine Neffen an etwas fehlen würde. Es ist nicht so als würde er Vernachlässigt werden, würde in einem Müll-Haus wohnen und nichts zu Essen bekommen. Dies trifft alles nicht zu.

Mein Neffe ist “körperlich“ gut versorgt. Lebt mit meiner Schwester bei meinen Eltern.

Es ist nur so das meine Eltern selbst viele Probleme haben, unter denen ich und meine Schwester schon gelitten haben in unserer “Jugend“.

Unsere Eltern haben ein Kind verloren, unseren Großen Bruder. Dies haben sie erst in den letzten Jahren angefangen zu verarbeiten. Also 20 Jahre nach dem eigentliche Unglück.

Meine Mutter hat es mit übertrieb viel Arbeit versucht und ist irgendwann daran zusammen gebrochen. Nervenzusammenbruch und Schlaganfall waren die Folgen.

Mittlerweile hat sich das auch auf Ihren Körper übertragen, mehr als 5 Operationen am Kreuz und ein weiterer Schlaganfall folgten in den Jahren danach.

In dieser Zeit mussten wir als Kinder stark für unsere Eltern sein. Unsere Probleme, sei es in der Schule oder Privat, wurden unter Verschluss gehalten, um nicht weitere Belastungen für unsere Eltern darzustellen.

Am Beispiel an mir, führte dies zu Essstörungen und Depressionen. Ich hab mich im Alter von 17 Jahren von meiner Familie gelöst und es unter viel Arbeit an mir selbst geschafft, mich von all dem zu erholen und selbständig erfolgreich zu werden.

Leider habe ich bei dieser Abkapselung auch meinen Neffen auf der Strecke gelassen. Der in dem selben Umfeld weiterhin groß wurde.

Meine Schwester kommt ganz nach unserem Vater, der alles Schluckt, keine Gefühle zeigen kann und sich darin verliert sich selbst nicht helfen zu können und an jedem Problem scheitert weil die Kraft des Versuches etwas zu verändern schon fehlen.

Meine Schwester hat nie gelernt wie man sich mit einem “Kind“ richtig beschäftigt, da sie es aus Ihrer Erfahrung selbst nicht kennt.

Sie hat mittlerweile die 2te gescheiterte Ehe hinter sich. Und bei jedem Versuch sich selbst aufzubauen, blieb ... immer auf der Strecke.

Ich habe angst das es bald zu spät ist. Er kommt in der Schule nicht mehr mit und das Verhältnis zwischen ihm, meinem Vater und meiner Schwester wird immer angespannter.

Wir haben schon öfter mit dem Gedanken gespielt ihn zu uns zu holen. Was aber wieder einen Neuanfang für ... bedeuten würde, bei dem wir nicht wissen ob wir alle dafür stark genug wären.

Meine Schwester wünscht sich schon lange Hilfe von außerhalb, schafft es eigenständig aber nicht sich welche einzufordern. Deswegen übernehme ich das hiermit, in der Hoffnung bei Ihnen richtig zu sein.

Das alles sind nur kleine Auszüge, die zeigen sollen wie festgefahren und aussichtslos die “Welt“ sich gerade für meine Familie darstellen.

Ich wünsche mir, dass Ihnen Wege gezeigt werden, wie man für sich selbst einstehen kann, wie sie sich selbst wieder aufraffen können, wie sich meine Schwester mehr und sinnvoller mit Ihrem Sohn beschäftigen kann, wie sie es schaffen Ihre Beziehung zu Ihrem Sohn zu retten und aufzubauen, bevor es hierfür zu spät ist, dass sie es schaffen sich gegenseitig zu verstehen, miteinander zu arbeiten und Ihre Lage nicht mehr als aussichtslos anzusehen.

Ich selbst habe wieder vor in die Gegend meiner Eltern zu ziehen, weil ich diesen Zustand meines Neffen´s nicht mehr ertrage. Dabei habe ich unglaublich Große angst, selbst wieder in diesen Strudel aus Selbstmitleid und Verzweiflung zu verfallen, die meine Familie so fest im Griff haben.

Mein Neffe hat schon Haltungsschäden, weil er jede Minute außerhalb der Schule mit zocken an der Konsole oder an seinem Handy verbringt. Er weiß mit sich nichts anzufangen. Obwohl in ihm sehr viel Potential steckt, sei es aus Sportlicher Sicht oder aus seiner Intelligenz heraus, hier bin ich mir sicher.

Ihm wurde nur nie gezeigt wie man lernt oder Dinge angeht. Genau so geht es meiner Schwester und ebenfalls meinen Eltern!! Ich glaube ich wiederhole mich, aber ich hoffe wirklich, bei Ihnen richtig zu sein!


Meine Familie ist wohnhaft in ... .

Ich würde mich sehr freuen zeitnah von Ihnen zu hören.

Vielen Dank im Voraus!!

... 

 

 

 

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