Traurigkeit

 

 

 

 

 

Peter Thiel 

Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

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Um die Anonymität der Anfragenden zu sichern, wurden Namen der Anfragenden geändert.

 

 

 

 








-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 7. September 2018 12:14
An: ...
Betreff: Probleme mit Lebensgefährten und Erziehung seiner Kinder

Sehr geehrte Damen und Herren der Familienberatung,

meine Name ist ..., ich bin 44 Jahre alt und wohne in ....

Seit 8 Jahren lebe ich mit einem Lebensgefährten ..., 46 Jahre zusammen in seinem Haus.

Auch seine großen Kinder leben mit bei uns, diese sind 19 und 15 Jahre. ... Ich selbst habe eine 11 jährige Tochter. Gemeinsame Kinder haben wir keine.

Schon von Anfang an- gab es immer wieder Unterschiede in Sachen Erziehungsansichten. Oft haben wir geredet, unter anderem habe ich auch schon eine Therapie gemacht- weil ich von seinen Töchtern nicht akzeptiert wurde. Seine Ex-Frau wohnt im selben Ort. Sie wohnt in einer kleinen Wohnung.
Die Mädchen schlafen auch öfters bei ihr. Da gibt es aber keine Regelmäßigkeit- die schlafen spontan da wo es ihnen gerade am besten passt.

Womit ich zur Zeit große Probleme habe, ist der Umgang mit dem Besuchsrecht des Freundeskreis der großen Töchter. Mein Mann sieht alles sehr sehr locker. Die 19-jährige bekommt jedes Wochenende Besuch von Freundinnen- die gehen meistens zusammen aus- machen sich bei uns fertig und glühen sozusagen vor. Die 15-jährige trifft sich auch jedes Wochenende mit ihren Freunden und Freundinnen- auch meistens bei uns- die gehen dann abends zusammen auf irgendein Geburtstag oder einer Feier- oder sonstige Party.
Manchmal holt mein Mann sie nachts irgendwo ab- oder die kommen mit S-Bahn nach Hause.

Bis jetzt ist immer alles gut gegangen. Aber hat er nicht die Aufsichtspflicht und muss dafür sorgen, das das Mädel um 22.00 Uhr zu hause ist?
Es kommt allerdings auch immer wieder mal vor, das gerade die 15 jährige mitten in der Nacht am Wochenende Besuch empfängt, von "Freunden"
die ich nicht kenne oder noch nie gesehen habe. Mein Mann verkauft mir das dann- als: "och- den kenn ich- der ist in Ordnung". Ich finde das aber nicht in Ordnung, das mitten in der Nacht (gegen 1:00)- bei uns fremde Personen im Haus herum laufen. Schließlich schlafe ich im Nachbarzimmer und meine Tochter auch. Diese Situationen sind nun schon mehrfach vorgekommen.
Jetzt aktuell am letzten Wochenende, da hatte ich Geburtstag und meine Familie war zu Besuch auch zum übernachten.
Da hat die 15-jährige wieder nachts Besuch von fremden Jungs bekommen und bei uns auf der Terasse sitzen wollen.
Mein Mann fand das o.k.
Ich kann damit nicht leben. Es war auch schon so- das wir mit Freunden von einem Weinfest zurück gekommen sind- und die Mädels bei uns ungefragt- mit ihren Freunden eine spontane Party im Keller gemacht haben. Das war auch mitten in der Nacht.
Ich komme mir im eigenen Haus vor- wie eine fremde Besucherin. Mein Mann setzt sich knall hart- zu den Jugendlichen- und trinkt mit denen noch ein Bier und fühlt sich dann selbst wie ein 20-jähriger. Der findet das alles cool.

Ich habe das meinen Mann schon mehrfach mitgeteilt, das ich mich dabei sehr unwohl fühle und keine Sicherheit empfinde. Er ignoriert das aber. Und lässt die nächtlichen Besuche immer wieder zu.
Wir haben daher eine sehr große Diskrepanz zwischen uns. Ich bin auch langsam nicht mehr bereit- wieder und wieder auf meinen Mann zuzugehen und ihm meine Gefühle mit zu teilen.

Mit den Mädels brauche ich darüber nicht zu sprechen. Die bilden eine gemeinsame Front mit ihrem Vater gegen mich.
Da habe ich null Chance.

Eine weiteres großes Problem habe ich mit der Ordnung im Haus. Ich bin ein ordnungsliebender Mensch.
Ich bin aufgewachsen mit der Erziehung- das Kinder im Haushalt mit helfen. Meine Tochter muss dementsprechend auch kleinere Tätigkeiten im Haushalt mit machen- sie hat als feste Aufgabe den Müll 1 x die Woche auszuleeren und alle 14 Tage die 'Couch sauber zu machen. Seine Kinder hingegen müssen gar nichts machen. Da sie am Wochenende bis mittags schlafen und sich danach wieder mit Freunden treffen oder sonstige Sachen zu tun haben. In ihren eigenen Zimmern herrscht meistens das totale Chaos. Selbst wenn er mal durch greift und verlangt- das aufgeräumt wird, sieht es innerhalb weniger Tage wieder total chaotisch aus. Slips und Socken durcheinander auf den Boden geworfen- Kleidung im Schrank zerknüllt hinein geworfen- Berge von Klamotten überall. Und die Regale sind voll mit Bergen von Staub. Ich habe mir abgewöhnt, da was zu sagen- denn es ist alles sinnlos.
Nach dem Essen räumen die großen Mädels wenigstens den Tisch mit ab, mein Mann macht immer die Küche danach.
Meine Tochter räumt auch den Tisch mit ab. Aber ich muss es ihr immer sagen. Überhaupt hat sie sich die "Haushalt-Faulheit"
von den Großen abgeschaut und ich hab ständig Diskussion mit ihr. Da kommen natürlich auch die Sprüche geflogen- das die anderen Beiden das ja auch nicht machen müssen.
Größtenteils liegen die großen Mädels im Bett- oder auf der Couch und datteln mit ihren Handys. Dann spielen sie laute Videos ab- das nervt mich auch wie sonst was. Wenn ich was sage- wird rumgemault.

Alles in allem geht das schon seit Jahren so. Ich bin total unglücklich, weil ich immer wieder Situationen runter schlucken muss.
Und wenn ich mich mal aufbäume, habe ich großen und stundenlangen Krach mit meinem Mann und seinen Kindern. Die machen dann ein riesen Theater mit Heulen und aus dem Haus raus rennen und schluss letztendlich kommt dann immer wieder
hoch- "warum hast du dich von Mama scheiden lassen" - die Scheidung ist allerdings schon 7 Jahre her.

Ich habe keine Kraft mehr. Möchte am liebsten mit meiner Tochter ausziehen. Ich habe aber große Angst davor- diesen Schritt zu gehen. Ich nehme meiner Tochter den Vaterersatz weg (zu ihrem eigenen Vater hat sie leider kein gutes Verhältnis), und außerdem habe ich Angst- das meiner Tochter diese Trennung total den Boden unter den Füßen weg reist. Das Haus zu verlassen und ihre Stievschwestern zu verlassen. (die mögen sich untereinander) Seine Familie mag mich, ihnen zu sagen- was ich denke und fühle und gar eine Trennung zu sagen, ist für mich der Horror. Auch meine Familie wäre geschockt.
Ich habe Angst keine bezahlbare Wohnung zu finden (die Wohnungen im Raum ... sind sehr teuer). Ich arbeite 30 Stunden die Woche. Meine Tochter ist gerade ins Gymnasium gekommen und braucht einfach noch Betreuung von mir.
Überhaupt habe ich Angst vor einem finanziellen Totalruin. Die Güter zu trennen- keine Umzugshelfer zu finden u.s.w.

Können Sie mir mit einer Beratung zur Seite stehen? Ich weiß nicht mehr weiter. Mir geht es nicht gut. Jeden Tag versuche ich stark zu sein und es mir nicht anmerken zu lassen. Mit meinem Mann rede ich seit 1 Woche nicht mehr. Bzw. er nicht mit mir. Er hat mir meinen Geburtstag am Sonntag total vermiest- in dem er mich an diesem Tag schon ignoriert hat. Nur die höflichen normalen Alltagsfloskeln tauschen wir aus.

Traurige Grüße

...

 

 

 

------Ursprüngliche Nachricht-----
Von:...
Gesendet: Freitag, 7. September 2018 13:21
An: ...
Betreff: AW: Probleme mit Lebensgefährten und Erziehung seiner Kinder


Sehr geehrte Frau ...,

Danke für Ihre Anfrage und Ihre ausführliche Beschreibung der Problematik, die mich sehr berührt hat.

Ich denke, eine fachliche Begleitung ist hier sehr sinnvoll, damit die Problemlage sich nicht weiter verschärft und Sie womöglich noch krank werden, weil Sie keine andere Lösung finden.


...




Mit freundlichen Grüßen


Peter Thiel

 

 

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