Stagnation

 

 

 

 

 

Peter Thiel 

Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

Telefon: 030 / 499 16 880 

Funk: 0177.6587641

E-Mail: info@praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Internet: http://praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Kontaktaufnahme per Mail wird empfohlen.

 

Die nachfolgenden Anfragen wurden teilweise leicht verändert, um die Anonymität der Anfragenden zu sichern.

 

 





-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 15. November 2022 20:02
An: ...
Betreff:

Sehr geehrter Herr Thiel,

ich wende mich an Sie, weil ich in meinem Leben an einem Punkt angekommen bin, an dem ich merke, dass sich dringend etwas an meiner Situation ändern muss und ich dafür Unterstützung benötige.

Um meine Situation kurz zu schildern. Ich bin 36 Jahre, habe zwei Söhne ( im Januar werden sie 3 und 6 Jahre) und bin verheiratet und arbeite in Teilzeit als Angestellte.

Würde sich grundsätzlich nach einem glücklichen Leben anhören, es ist aber leider alles andere als das.

Mein Mann ist Alkoholiker. Jemand, der von diesem Problem nicht weiß, würde es auch nicht vermuten. Mein Mann hat eine geregelte Arbeit und gibt sich auch nach außen äußerst fürsorglich. Den Schein wahren, das kann er gut und das ist ihm wichtig. Aber wie es in unseren vier Wänden zugeht, ist eine andere Sache.

Ich habe das Problem leider ziemlich spät erkannt, vielleicht wollte ich es auch nicht wahrhaben oder habe es nicht allzu ernst genommen und habe all die Jahre auch daran festgehalten, dass er sich uns zuliebe ändert oder sich das Problem auch löst, wenn er älter wird. Aber leider ist dem nicht so.

Richtig gemerkt habe ich es, als ich Bierflaschen in allen möglichen Verstecken fand und ich es erkannt habe, warum er sich immer im Keller aufhält, denn dort befindet sich das Bier. Ich muss dazu sagen, dass wir in einem Haus zusammen mit meinem Schwiegervater wohnen, der ebenfalls Alkoholiker ist. Mein Mann ist ein Scheidungskind und ist bei seinem Vater aufgewachsen, der sich auch nicht um ihn gekümmert hat und er dann auch das Biertrinken sozusagen mit übernommen hat.

Das Prozedere ist jeden Tag das Gleiche.. um 10 Uhr beginnt die erste Runde in den Keller. Ich bin so oft nachgegangen und habe das angefangene Bier im Kühlschrank gesehen. Früher hat er sich noch die Mühe gemacht, es vor mir zu verstecken, in der Getränkekiste bei den anderen leeren Flaschen und sonstige Verstecke im Keller.

Das Spiel geht dann den ganzen Tag so weiter. Ständig rennt er in den Keller und hat immer eine fadenscheinige Begründung, warum er jetzt in den Keller geht. Er musste doch Getränke holen, Wäsche waschen. Ich frage mich, warum er sich da immer noch die Mühe macht, mir irgendeinen Bären aufzubinden, wo wir doch beide ganz genau wissen, was Sache ist.

Etwas unternehmen kommt vielleicht 1 mal im Monat vor. Das ist für ihn auch die reinste Qual, er muss ja schauen, wie er da zum Bier kommt. Darum kommt das auch nicht häufig vor. Pflichtprogramm wird hin und wieder erfüllt und das wars. Und ab 17 Uhr beginnt dann grundsätzlich meine persönliche Hölle. Müde vom Tag, kaum etwas gegessen und zig Bier intus. Und das ist mein Leben seit 10 Jahren.

Mein Mann hat das Problem, dass er betrunken absolut aggressiv ist. Solange man ihn nicht anspricht oder ihn nicht provoziert, kann man es aushalten. Jedoch stichelt er und provoziert dann ständig und immer kann mans einfach nicht unterdrücken. Ich habe es eigentlich jeden Abend in der Hand, wie der Abend verläuft und nur für die Kinder beiße ich mir auf die Lippen und schlucke, was er sagt. Er redet auch die Kinder ziemlich dumm an, handgreiflich ist er ihnen gegenüber aber noch nicht geworden. Jedoch droht er mir in letzter Zeit öfter, wenn er noch ein Wort von mir hört, dann fange ich eine. Von den Beschimpfungen ganz zu schweigen, die sind über die Jahre hinweg schlimmer geworden, Schlampe, Arschloch, dummes Rindvieh um einige davon zu nennen.

Ich könnte endlos weiter erzählen, was schon alles vorgefallen ist... aber über all die Jahre hatte ich Hoffnung, habe alles ausprobiert, nett mit ihm geredet, ein paar Tage zu meinen Eltern gezogen, ich war mit ihm bei der Ambulanz für Suchtprobleme, aber nichts hat geholfen. Mein Standpunkt war lange Zeit, dass ich das jetzt einfach durchstehen muss, weil meine Kinder eine Familie brauchen, aber ich merke derzeit, dass ich einfach nicht mehr kann, ich bin wirklich ausgelaugt und erschöpft und einfach nur unglücklich und so einsam und ich kann so nicht mehr über Jahre hinweg weitermachen.

Aber ich frage mich, wie soll ich das alleine schaffen, finanziell, mit den Kindern? Und was ist das richtige für die Kinder? Aber ich habe doch auch noch ein Leben und will doch auch noch die Chance haben, vielleicht nochmal mit jemanden anderen glücklich zu werden... ich weiß auch gar nicht, wie ich das alles in angriff nehmen soll.

Ich habe jetzt als ersten Schritt einen Termin beim Anwalt vereinbart zur Information wegen Unterhalt. In meiner Arbeit habe ich nachgefragt wegen Stundenerhöhung. Aber die Angst ist einfach so groß, dass ich es nicht schaffe bzw. denke ich dauernd darüber nach, wie ich das überhaupt schaffen soll... was aber meine Bedingung ist, dass ich eine Wohnung hier in unserem Ort finde...das ist mir das Wichtigste, weil ich möchte, dass meine Kinder immer zu ihrem Papa könnten, wenn sie das wollten und zudem möchte ich sie auf keinen Fall aus ihrem Umfeld rausnehmen. Ich brauche im Moment dringend jemanden zum Reden, der mir Mut macht, der mir mit weitere Schritte geht, der mir beisteht, der mir einen Rat gibt.

Ich weiß nicht, inwieweit Sie mir Hilfe anbieten können. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, von Ihnen zu hören.

Viele Grüße,

...

 

 

 

 

 

 


-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 1. Mai 2022 18:16
An: ...
Betreff: Systemische Krisenberatung für unseren Sohn

Lieber Herr Thiel,

wir sind die Eltern von 3 Kindern, die mittlerweile alle nicht mehr ganz jung sind, Tochter 30 Jahre, Max - Name geändert - 28 Jahre, Student in ... seit 6 Jahren, Fach ..., Sohn 22 Jahre.

Für unseren Sohn Max suchen wir Hilfe, da er selbst nicht in der Lage ist, sich selbst Hilfe zu suchen. Er sitzt in seinem Apartment, hat kaum persönlichen Kontakt zu anderen Menschen, wenn überhaupt online, telefonisch ist er nicht erreichbar.

Er hatte eine Psychotherapie begonnen, diese aber nach 4 Sitzungen abgebrochen, weil es nicht der richtige Therapeut gewesen sei nach seiner Aussage.

Er nimmt immer mehr zu, liegt oft tagelang im Bett, pflegt sich und seine Wohnung sehr wenig, ist isoliert. Wir wissen nicht mehr weiter. In seinem Leben stagniert alles, er sagt, es gehe ihm schlecht, ich dürfe ihm helfen, einen Therapeuten oder Ähnliches zu finden, ist aber nicht erreichbar, öffnet nicht, wenn man einfach hinfährt.

Seinen einzigen Freund, der in ... wohnt, haben wir kontaktiert, aber er kommt auch schlecht mit ihm in Kontakt, wenn überhaupt…

Wir wohnen in ..., 1h30min Fahrt, zu weit, um öfter vor der Tür zu stehen, haben keine Handhabe - unsere Frage an Sie - was können wir tun, helfen?

Vielleicht wissen Sie, wie wir helfen können, herzlichen Gruß,

...


 

 

 



-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 15. November 2021 15:31
An: ...
Betreff: Anfrage Familientherapie

Sehr geehrter Herr Thiel,

unsere Tochter, Miriam - Name geändert (geb. ... .2007) ist seit ca. 1 1/2 Jahren in psychotherapeutischer Betreuung. Diese Gespräche sind ihr wichtig und unterstützen Miriam sehr, lösen aber nicht die Probleme, die es in der Familie, vor allem in der Beziehung zum Papa, gibt.

Wir hatten bereits Gespräche zu dritt bei der Erziehungsberatung, die konstruktiv waren, aber auch nicht wirklich zur Entspannung der Situation beigetragen haben. Hier hat man uns eine Familientherapie empfohlen. Daher wünschen wir drei uns eine Familientherapie, um hoffentlich hier die Hilfe zu bekommen, das Miteinander wieder angenehmer zu machen.

Über einen Terminvorschlag für ein Gespräch würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße

...

 

 

 

 

 

 


-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 5. August 2020 20:11
An: ...
Betreff: Beratungsgespräch

Sehr geehrter Herr Thiel,

unsere Tochter findet nicht ihren Lebensweg.

Wir alle drehen uns im Kreis.

Sie ist antriebslos, hat traumatische Beziehungserfahrungen gemacht, ohne Ziel, wurde exmatrikuliert, rastet manchmal aus und vor 10 Monaten wieder bei uns zu Hause eingezogen.

Wir alle befinden uns in einer belastenden Lebenssituation.

So kann es nicht weitergehen.

Sie selbst, aber auch wir Eltern, stagnieren in jeder Hinsicht.

Unsere anderen erwachsenen Kinder haben uns zur Inanspruchnahme von professioneller Hilfe gedrängt und jetzt Ihre Adresse recherchiert.

Wir kommen aus ,,, und ich möchte aus beruflichen Gründen nicht in ... eine Beratung in Anspruch nehmen.

Ihr Konzept spricht uns an, deshalb bitten wir Sie um ein Beratungsgespräch, wenn möglich zeitnah.

Wir hoffen das Sie uns helfen können und das es passt.

Mit freundlichen Grüßen

...



 

home