Sohn schlägt Mutter

 

 

 

 

 

Peter Thiel 

Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

Telefon: 030 / 499 16 880 

Funk: 0177.6587641

E-Mail: info@praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Internet: http://praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Kontaktaufnahme per Mail wird empfohlen.

 

Die nachfolgenden Anfragen wurden teilweise leicht verändert, um die Anonymität der Anfragenden zu sichern.

 

 

 

 







-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 2. Juni 2019 21:57
An:
Betreff: dringende Bitte um Rat


Lieber Herr Thiel,

auf der Suche nach potentieller Hilfe „für meinen neunjährigen Sohn A“ bin ich auf Ihre Website gestoßen, die mich direkt sehr angesprochen hat.

Die Anführungszeichen stehen oben deshalb, weil ich durchaus nicht der Überzeugung bin, dass A „das Problem“ ist oder ihm dadurch geholfen werden könnte, dass er allein zu einem Psychologen geht/eine Therapie macht: Ja, er hat massive Probleme – und mein Mann und ich sind schlichtweg überfordert mit der Lösung derselben und sicherlich nicht unbeteiligt an deren Entstehung, wenn auch natürlich nicht absichtlich -> Wir haben massive Probleme und brauchen Hilfe.

Ganz akut (und sehr kurz gefasst) sind ganz offensichtliche Fakten und Probleme, die es zu lösen gilt:

* A verweigert die Schule, immer wieder und immer häufiger. Inzwischen ist er zweimal während der Schulzeit „einfach“ nach Hause gerannt. Er hat dieses Schuljahr schon extrem viele Fehltage.

* Er rastet regelmäßig komplett aus, wenn etwas nicht so läuft („Kleinigkeiten“), wie er es möchte (Frustrationstoleranz oft = 0), verbal und körperlich, und findet schier kein Ende – und langsam aber sicher stufe ich das als gefährlich ein. Ich meine, er ist erst neun Jahre alt – aber er wächst, wird stärker… es wird gefährlich, wenn es so weitergeht.

Ein bisschen mehr Input:
A ist ziemlich intelligent, wird an der Schule von Anfang an ausgebremst -> Unterforderung ist ein großes Thema, sowie der Verlust des natürlichen, kindlichen Lerneifers (mir ist bewusst, dass das ein Gesellschaftsproblem und A da kein Einzelfall ist, aber bei ihm ist es extrem).
Aufgrund der extremen Ausrasterei und meiner Ohnmacht demgegenüber war A schon mal, vor ca. zwei Jahren(?), bei einer Psychologin in „Therapie“ – das war für ihn eine sehr positive Erfahrung, hat aber am Ende langfristig nichts verändert.
Seither gab es viel Veränderung an „anderen“ Baustellen: Familien-Wiederzusammenführung, Umzug von ... nach ..., Schulwechsel.
Ich war mit A bereits vor einiger Zeit beim zuständigen Schulpsychologen in ... .
Ich bin ziemlich regelmäßig im Gespräch mit A’s Klassenlehrerin und dem Schulleiter der Grundschule – A war bei mehreren Gesprächen mit dabei. Er besucht dort eine Familienklasse.
Er ist im Grunde sozialkompetent – so unwahrscheinlich das gerade klingen mag.
Aufgrund der Unterforderung an der Grundschule hat er dieses Schuljahr für zwei Wochen am ... Gymnasium in einer Hochbegabten-Klasse hospitiert – das hat er toll gemeistert (es war auch sein Wunsch), jedoch waren alle (A und ich eingeschlossen) der Ansicht, dass es jetzt trotz allem noch zu früh für ihn wäre, ans Gymnasium zu wechseln, schon allein aufgrund des Drucks und der Gesamtentwicklung.
In letzter Zeit überlege ich, ob eine ganz alternative Schule für A „die Lösung“ sein könnte… Jedoch bin ich ziemlich sicher, dass nicht nur die Schulsituation Probleme verursacht – wir brauchen definitiv Hilfe. Schule hin, Schule her.
Ich kann und will nicht länger aushalten, dass mein neunjähriger Sohn wie besessen auf mich eindrischt und –tritt, mir alles Mögliche androht, Sachen nach mir wirft und die Wohnung demoliert (es grenzt an ein Wunder, dass noch kein Fenster zu Bruch gegangen ist), weil ich ihm irgendetwas, was er gerade möchte, nicht erlaube (Bsp.: Nutzung digitaler Medien, an einem Tag, an dem er die Schule verweigert), einen von ihm bestimmten „Kompromiss“ nicht eingehe (Bsp.: Ich gehe am Montag wieder in die Schule, wenn Du das Mattscheiben-Verbot für Sonntag wieder wegnimmst), oder weil ich irgendetwas von ihm verlange, das er nicht möchte (Bsp.: Jetzt Zähneputzen. Oder: Nochmal richtig Zähneputzen.)

A hat zwe Geschwister:
eine Schwester 14 Jahre alt, und einen sechzehnjährigen Bruder, beide sind auf dem ... Gymnasium in ...und kommen zurzeit alle mit sich, dem Rest der Familie und der Welt ganz gut klar.

Ich höre jetzt auf zu erzählen und hoffe, dass das, was ich geschrieben habe, für Sie einen Sinn ergibt und nicht nur nach Wirrwarr aussieht. Es fällt mir nicht leicht, unsere sehr komplexe Familiensituation irgendwie so herunter zu brechen, dass ein realistisches Gesamtbild dabei herauskommt und klar ersichtlich ist, an welcher Stelle wir Hilfe benötigen.

In der Hoffnung, dass Sie uns irgendwie und sehr schnell (die Schulpflicht sitzt uns im Nacken) eine Hilfestellung geben können, mit der Bitte um möglichst schnelle Rückmeldung Ihrerseits (Kontaktdaten siehe oben) und mit herzlichem Gruß

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