Sohn rastet aus

 

 

 

 

 

Peter Thiel 

Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

Telefon: 030 / 499 16 880 

Funk: 0177.6587641

E-Mail: info@praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Internet: http://praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Kontaktaufnahme per Mail wird empfohlen.

 

Die nachfolgenden Anfragen wurden teilweise leicht verändert, um die Anonymität der Anfragenden zu sichern. 

 

 

 

 


-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 19. Oktober 2022 12:44
An: ...
Betreff: Dringende Hilfe für meinen Sohn

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe derzeit extreme Probleme an meinen Sohn heran zu kommen.

Er ist jetzt 7 Jahre und in einer sehr schwierigen Pubärtären Phase.

Er rastet regelmäßig aus und wird dann auch Körperlich.

Es ist teilweise so schlimm, das ich ihn festhalten muss, da er sonst sich selbst oder andere verletzt.

Er geht einmal die Woche zu einem Ergotherapeuten.

Ich habe verschiedenste Dinge ausprobiert (eine Wutuhr, ein Codewort, Auszeiten, konsequentes Verhalten, verständnisvoll reden, usw.) leider erfolglos.

Es hat heute darin gegipfelt, das er von der Schule abgehauen ist und sie ihn über eine Stunde gesucht haben.

Dies ist nicht nur gefährlich, sondern auch ermüdend.

Ich weiß mir keinen Rat mehr und suche jetzt dringend Hilfe, damit wir dies gemeinsam in den Griff bekommen können.

Er selbst weiß gar nicht warum er sich so verhält. Er nennt es: sein kleines „Monster“

Ich hoffe nun auf diesem Wege Hilfe zu finden oder einen Weg, den wir gehen können, womit mein Sohn sich auch wohl fühlt. Ich möchte ihm so gerne helfen da raus zu kommen.

Ich hoffe das sie noch eine zündende Idee haben.

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

 


 

 

-------- Ursprüngliche Nachricht --------
Von: ...
Datum: 01.05.22 11:30 (GMT+01:00)
An: ...
Betreff: Bitte um Kennenlerntermin

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie wurden mir von Frau X..., einer Schulpsychologin vom ... Schulamt für systemische Familientherapie empfohlen, weil mein 10jähriger Sohn Max - Name geändert - seit einigen Wochen die Schule schwänzt. Er ist in der 4. Klasse und hat eine 9-jährige Schwester. Sie ist in der 3. Klasse.

Ich wende mich an Sie, weil ich nicht mehr weiß, wie ich meinem Sohn bzw. meinen beiden Kindern noch helfen kann. Ich habe schon vieles versucht und viele Ratschläge ausprobiert.

Mit Frau X... habe ich überlegt, dass Max ein sogenannter Symptomträger sein könnte, ich kann ihn leider mit Gesprächen nicht erreichen, er sagt mir nicht, warum er nicht zur Schule geht. Auch mit seinem Klassenlehrer redet er nicht darüber und auch mit keinem Familienmitglied.

Manchmal kann man ganz normal und vernünftig mit ihm reden, aber wenn er aggressiv wird, weil man darauf besteht, dass er allgemeine, alltägliche Regeln einhält (am Tisch ordentlich mit dem Besteck essen, Körperpflege, frische Kleidung, Freundlichkeit in der Kommunikation usw.), tritt er Türen ein, hebt Türen aus den Angeln und geht schlagend und tretend und kratzend auf mich, meinen Freund oder auch auf seine Schwester los.

Bis zum Schuleschwänzen war er nie wirklich auffällig in der Schule. Er kam auch mit dem Stoff gut bis mittelmäßig zurecht. Inzwischen wurde eine Rechtschreibstörung bei ihm festgestellt. Das erste Mal die Schule verweigert hat er bereits vor einem Jahr im Frühjahr 2021. Da ist er am Parkplatz der Schule weggelaufen und hat sich versteckt und es war dann auch die Polizei involviert. Das war damals ein einmaliger Vorfall bis vor einigen Wochen. Wir waren dieses Jahr leider schon zweimal in Quarantäne, teilweise über zwei Wochen lang und die Kinder waren zwischendurch auch viel krank. Das hat den Rhythmus des zur Schulegehens bei meinem Sohn zerstört. Beide Kinder tun sich schwer damit, Dinge wegzuwerfen, die kaputt sind oder sogar "Müll" sind. Sie haben meiner Meinung nach große Verlustängste.

Zu unserer Familiengeschichte und allgemein zur Situation: Ich habe mich im Januar 2016 vom Vater der Kinder getrennt. Die Zusammenarbeit mit ihm und später (seit 2017 etwa) mit seiner neuen Frau (verheiratet seit 2018) gestaltet sich leider seit Jahren sehr schwierig, obwohl ich mir große Mühe gebe. Ich bin zunächst alleinerziehend gewesen, lebe aber Tür an Tür mit meinen Eltern (bzw. mit meiner Mutter, mein Vater ist 2020 verstorben, dazu später mehr).

Seit November 2019 kennen die Kinder meinen neuen Lebenspartner, der uns als Familie sehr bereichert. Seit der Trennung von meinem Ex-Mann Anfang 2016 bis Anfang  2019 waren die Kinder in unterschiedlich langen Wechselmodellintervallen jeweils zur Hälfte bei mir und bei ihrem Vater. Da es ihnen damit aber nicht gut ging, und meine Tochter mit 5 Jahren gesagt hat, dass sie tot sein will, wurde 2019 gerichtlich entschieden, dass sie im Alltag 10 Tage bei mir sind und dann 4 Tage beim Vater. Die Ferien teilen wir nach wie vor offiziell zur Hälfte. Nach etwa 7 Monaten nach dem Gerichtstermin haben die Kinder damit begonnen, die Vaterzeit zu verkürzen, so dass sie meistens nur noch Sa-Mo bei ihm waren, statt Do - Mo. Manchmal haben sie die Papazeit auch ganz ausfallen lassen oder sind in den Ferien früher zurück gekommen.

Beide Kinder waren nun mehrere Jahre bei der ... in ... in tiefenpsychologischer Therapie, meine Tochter auch zwischenzeitlich auch in Ergo- und Physiotherapie. Die Therapie bei der ... hat nun geendet bzw. endet in Kürze und ist meiner Meinung nach auch nicht die richtige Art von Therapie für unsere Situation.

Im Mai 2020 hat die Familie ein Schicksalschlag getroffen. Mein Vater verunglückte tödlich bei einem Verkehrsunfall und er war für meinen Sohn eine Art Ersatz für den nicht so präsenten Vater.

Von heute auf morgen war der Opa tot und aufgrund des Lockdowns brach auch die Schule als strukturgebendendes Sicherheitsnetz weg. Die Kinder durften keine Freunde sehen und hatten wenig Ablenkung von dem Trauerfall.

Phasenweise läuft gut mit beiden Kindern, manchmal haben sie aber auch stundenlang Streit oder provozieren mich, so dass ich nie wirklich zur Ruhe kommen kann und das seit Jahren.

Mein Sohn zeigt zunehmend stark pubertäres Verhalten und ist seit Jahren verbal und körperlich übergriffig. Er lügt, nimmt heimlich Geld von uns und versteckt Schlüssel von Zimmern oder gar der Haustür.

Aufgrund seines jungen Alters kann ich ihn nicht wie einen widerspenstigen 15-jährigen behandeln, so dass mir trotz meiner pädagogischen Ausbildung und jahrelanger Berufserfahrung mit Kindern Inzwischen meine Ideen ausgehen. Gleichzeitig zu seinem pubertären Verhalten, zeigt er aber manchmal auch Verhaltensweisen von 2-3 -jährigen Kindern, Sprache und Körpesprache, Trotz- und Tobsuchtsanfälle. Regeln und Vorgaben kann er im Alltag zu Hause nicht akzeptieren und rastet sofort aus.

Ich ersuche Sie hiermit um Hilfe und bitte um einen Kennenlerntermin.

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Zeit und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

...


 

 

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