Schlafzimmer

 

 

 

 

 

Peter Thiel 

Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

Telefon: 030 / 499 16 880 

Funk: 0177.6587641

E-Mail: info@praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Internet: http://praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

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Die nachfolgenden Anfragen wurden teilweise leicht verändert, um die Anonymität der Anfragenden zu sichern.

 

 

 

 




-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 22. Juli 2022 18:03
An: ...
Betreff: Termin Eheberatung

Sehr geehrtes FB-Team,

ich wende mich an Sie, da mein Mann und ich (10 Jahre Beziehung, 8 Jahre Ehe, 1 gemeinsames Kind, Louis - Name geändert, 13 Monate) Eheprobleme haben.
Da mein Mann (aktuell noch?) nicht bereit ist, zu einer Beratung zu gehen, würde ich gerne einen Termin nur für mich machen, um die Situation einmal von einer externen Person einschätzen lassen zu können.

Ich schildere Ihnen einmal unsere Situation:

Seit Dezember 2021 schläft mein Mann gemeinsam mit unserem Sohn (und hat somit die Nächte übernommen) im Schlafzimmer, weil ich im Gegensatz zu ihm nicht gut neben dem Baby schlafen konnte und bei jedem Seufzer wach wurde. Ich schlafe im Kinderzimmer. Sexualität fand seit dem 3. Trimester der Schwangerschaft nicht mehr statt. Nach der Geburt gab es Momente der Lust, aber da war es mir körperlich noch nicht möglich.

Als im Februar (glaube ich) das Beistellbett zu klein wurde und die Anschaffung eines Kinderbetts getätigt werden musste, dachte ich, dass dies ein guter Zeitpunkt wäre, Louis ans Kinderzimmer zu gewöhnen. Mein Mann wollte das aber nicht mit der Begründung, dass man da ja immer wegen jeder Kleinigkeit aufstehen müsse und ins andere Zimmer gehen. Ich habe dann nachgegeben und weiterhin im Kinderzimmer geschlafen.

Im Laufe der Zeit habe ich mich aber immer ausgeschlossener gefühlt und beschlossen, wieder ins Schlafzimmer zurückzuziehen, auch wenn unser Kind auch darin schläft und dadurch ggf. meine Schlafqualität leidet. Die meiste Zeit schläft Louis im Kinderbett, aber auch manchmal mit meinem Mann im Bett, je nachdem wie unruhig er ist.

Als ich Ende Mai dann die erste Nacht ins Schlafzimmer gezogen bin, habe ich gleich gemerkt, dass es meinen Mann stört. Er hat Louis sofort zwischen uns gelegt und als ich ihn darauf angesprochen habe, wurde er ganz komisch und meinte dann, dass es ja viel zu eng so sei. Aber ich habe gleich gespürt, dass da mehr ist. Am nächsten Tag habe ich dann so lange gebohrt, bis er anfing zu weinen und meinte, dass er nicht wisse, ob er das noch könne.

Er meinte damit unsere Beziehung, weil er nämlich kein Verlangen mehr nach Sexualität und Zärtlichkeiten mit mir hat.

Es gefällt ihm, zusammen mit Louis zu schlafen und als ich das ändern wollte, hat er gemerkt, dass er das nicht möchte.

(Als ich ihn ein paar Tage später fragte, ob er denn nur keinen Sex mehr mit mir möchte oder generell keinen Sex aktuell, fühlte er sich in die Ecke gedrängt, drückte mir Louis in die Arme und stürmte raus).

Seitdem weiß ich eigentlich immer noch nicht mehr, außer, dass er sagt, dass er aktuell (dieses Wort benutzt er immer) meine Nähe in Form von Zärtlichkeit nicht möchte und er gerne mit Beek allein schlafen will.

Umarmen funktioniert (wobei ich das mittlerweile nicht mehr initiiere, da ich auch keine Lust habe, eine Bittstellerin zu sein). Auch ist die Stimmung eigentlich normal und gut. Während ich keine Sachen in der Zukunft mehr anspreche, tut er dies unentwegt von sich aus und da bin ich wie selbstverständlich mit dabei (Beispiele: "Ich hab mir überlegt, ob wir das Holz am Haus nächstes Jahr streichen sollen. Was meinst du in welcher Farbe?" / "Wieviel Netto haben wir, wenn du ab November wieder anfängst zu arbeiten?" / "Du kannst ja mein neues Fahrrad auch benutzen und nächstes Jahr kaufen wir dann einen Kindersitz")

Für meinen Mann ist ein Gespräch über Gefühle richtig, richtig schwer und als ich ihm vorschlug, zu einer Eheberatung zu gehen (man kann ja auch erst einmal alleine gehen), meinte er, dass er das nicht kann. Ich sagte ihm dann, dass er doch nichts zu verlieren hätte. Aber überzeugt davon war er nicht.

Bevor ich zum Schlusssatz komme: dass wir seit der Geburt von Louis kaum noch Zeit füreinander hatten und er unglaublich viel arbeitet, fand ich ja auch nicht toll. Und natürlich entfernt man sich dann voneinander. Aber ich habe mich auf die Zeit ab jetzt gefreut, in der Louis immer besser von Oma und Opa betreut werden kann und man auch wieder mehr als Paar machen könnte, um wieder zueinander zu finden.

Wie Sie sich denken können, ist das eine furchtbare Situation für mich. Zum einen weiß ich nicht, welches der richtige Umgang damit ist und zum anderen quälen mich die vielen Szenarien, die eintreffen werden/könnten im Falle einer Trennung. Auch hier brauche ich eine Bewältigungsstrategie.

Über Terminvorschläge würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße,

...


 

 

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