Nestmodell

 

 

 

 

 

Peter Thiel 

Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

Telefon: 030 / 499 16 880 

Funk: 0177.6587641

E-Mail: info@praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Internet: http://praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Kontaktaufnahme per Mail wird empfohlen.

 

Die nachfolgenden Anfragen wurden teilweise leicht verändert, um die Anonymität der Anfragenden zu sichern.

 

 

 






-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 9. Dezember 2019 00:05
An: ...
Betreff: Familientherapie

Sehr geehrter Herr Thiel,

ich suche therapeutische Unterstützung für mich und meine Kinder (13, 16 und 19 Jahre). Mein Exmann hat sich 2013 von mir getrennt, seit 2018 sind wir geschieden. Seit 2015 versuche ich mich von ihm zu trennen. Da er sich immer geweigert hat auszuziehen, haben wir uns 2017 auf das Nestmodell geeinigt. Die Kinder blieben im Haus und wir wechselten wochenweise.

Bei der Scheidung vereinbarten wir dieses Modell noch ein Jahr aufrechtzuerhalten und über eine Mediation den weiteren Kindsumgang zu klären. Anfang 2019 kam es endlich zur Mediation, ohne Einigung. Mein Exmann blieb dabei nicht auszuziehen und das Nestmodell auf unbestimmte Länge weiterzuführen. Sollte ich damit nicht klarkommen solle ich mich von ihm auszahlen lassen, ausziehen oder die Teilungsversteigerung beantragen.

Ich habe das nicht mehr ausgehalten und habe die Kinder aufgeklärt, habe ihnen gesagt , dass mir keine Wahl bleibt als auszuziehen. Die Kinder haben beschlossen mit mir auszuziehen. Sie haben sich aber nicht getraut ihren Vater anzusprechen. Sie haben es versucht, aber er ist nicht darauf eingegangen. So erfuhr mein Exmann erst Anfang der Woche des Umzugs, dass die Kinder mit mir ausziehen werden.

Wir sind am ... aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen, am Samstag haben die Kinder ihren Vater besucht. Der ist vor ihnen zusammengebrochen, hat geweint und gezittert. Die Kinder waren sehr geschockt. Mein älteste Tochter beschrieb es so: "Mama, so hab ich Papa noch nie gesehen. Das war so krass. Ich dachte gleich bringt er sich um oder jetzt geht er in die Küche holt ein Messer und bringt uns um". Er fragte, warum sie ihn verlassen hätten. Die Kinder trösteten ihn und versprachen , ihn im Wochenwechsel zu besuchen. Mein Exmann macht daraus ein Wochenwechselmodell, hat das ganze Jahr schon durchgeplant.....ich weiger mich anwaltlich ihm gegenüber. Vorallem da auch noch die Teilungsversteigerung im Raum steht. Ich habe prinzipiell nichts gegen das Wochenwechselmodell nur nicht unter diesen Umständen und ohne therapeutische Begleitung / Beratung.

Die Kinder lieben ihren Vater genauso wie mich und sie leben mit ihrem Vater genauso gern wie mit mir. Sie haben sie entschieden mit mir auszuziehen, zum einen weil sie sagen, es wäre einfacher bei mir auch freien Kontakt zu ihrem Vater zu haben als andersherum und weil sie wollten, dass die Fronten endlich geklärt werden und Klarheit besteht.

Die Kinder sind in einer Zerreissprobe und auch für mich ist es schwer, wieviel Aufklärung ist notwendig, wo überforder ich sie. Wie kann ich sie möglichst raushalten, wo darf ich sie nicht raushalten?

Die Kinder würden sich am liebsten eine familientherapeutische Sitzung wünschen mit dem Vater zusammen, um einmal gemeinsam alles besprechen zu können. Ich weiß nicht, ob er dazu bereit wäre. Den Wunsch habe ich ihm genannt, aber er ist nicht darauf eingegangen.

Wie schätzen Sie diese Situation ein. Was wäre jetzt wichtig?

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

 

 

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