Kindeswohl

 

 

 

 

 

Peter Thiel 

Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

Telefon: 030 / 499 16 880 

Funk: 0177.6587641

E-Mail: info@praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Internet: http://praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Kontaktaufnahme per Mail wird empfohlen.

 

Die nachfolgenden Anfragen wurden teilweise leicht verändert, um die Anonymität der Anfragenden zu sichern.

 

 

 






-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 29. Mai 2019 10:59
An: ...
Betreff: Pflegschaft ?

Guten Tag,

ich brauche einen Rat wie ich nun weiter handeln sollte.

Vorgeschichte: Wir sind Pflegeeltern, haben zwei Dauerpflegekinder (deren Vormund wir sind )

weiterhin betreuen wir ein weiteres Kind in Kurzzeitpflege. Die Kinder wechseln, so wie eben der Bedarf ist gehen sie zurück in die Herkunftsfamilie oder zur Adoption usw.

Seit 6 Monaten ist ein Geschwisterpaar bei uns, 4 und 2 Jahre alt. Die Kinder haben traumatisches erlebt,u.a. Verwahrlosung, schwere Vernachlässigung und Misshandlung, haben auch seelischen Schaden davon getragen.

Die 2 Jährige hat eine diagnostizierte Angststörung.

Die Kinder waren nach der Geburt des Jüngeren schon 1 Jahr im Mutter-Kind Heim, dann kurz im Kinderheim, weil die Mutter sie verlassen hat. Dann kamen sie in unsere Familie.

Jetzt sollen beide in Dauerpflege untergebracht werden, die Anbahnung läuft. Das größere Kind findet die neuen Eltern toll und würde am liebsten gleich mitgehen.
Das Jüngere hingegen, macht sofort zu wenn sie die neuen Eltern sieht, lässt sich von niemandem Anfassen und bekommt Panik und Schreizustände wenn ich mich zurückziehen will.

Ich habe bereits dem Jugendamt signalisiert, dass die Kleine auch einen Dauerplatz bei uns bekommen kann und wir sie gern großziehen möchten.
Leider habe ich keine Rückmeldung vom Sozialarbeiter bekommen. Nur dass von der Vermittlungsstelle die Anbahnung schnellstmöglich und straff durchgezogen werden soll.

Dem Kind tut das nicht gut ! Mir tut es weh weil das Kind leidet, denn es ist bei uns einfach sicher gebunden und will nicht weg.
Ich bin der Überlegung einenAntrag auf Verbleib zu stellen. Zum Kindeswohl.
Nur würden die Geschwister dann getrennt. (unsere anderen Pflegekinder haben auch Geschwister, die in andren Familien leben-und es ist in Ordnung)

Ich brauche einen Rat,
mich gegen die Vorschrift des Jugendamtes stellen zum Wohl des Kindes oder das Kind ( gezwungener Maßen) der Familie einfach mitgeben- wie einen Gegenstand ?
Das Amt wäre verärgert und alles würde vor dem Familiengericht erstritten werden müssen. Eine Pflegschaft für das Kind würde ich auch beanspruchen, weil das Gericht der Mutter die Sorge entzogen hat.

mit freundlichen Grüßen

...

 



-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 29. Mai 2019 11:32
An: ...
Betreff: AW: Pflegschaft ?


Sehr geehrte Frau ...,

das Kindeswohl ist vorrangig.

Hier sollte also eine konsensuale Lösung gefunden werden. Falls dies nicht geht, entscheidet auf Anregung oder Antrag das Familiengericht.

Der zuständige Sozialarbeiter im ASD sollte sich zeitnah bei Ihnen melden, wenn dies nicht geschieht, Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Abteilungsleiter im ASD nach Himmelfahrt.



Mit freundlichen Grüßen


Peter Thiel

 

 

 

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