Kinderschutz
Peter Thiel
Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)
E-Mail: info@praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de
Internet: http://praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de
Die nachfolgenden Anfragen wurden teilweise leicht verändert, um die Anonymität der Anfragenden zu sichern.
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 19. November 2024 23:30
An: ...
Betreff: Bitte um Hilfe weil ich nicht weiß was ich tun kann um das Kind zu
schützen...
Hallo Herr Thiel,
ich wende mich an Sie, weil ich nun wirklich nicht mehr weiter weiß und Angst um
ein 9 jähriges Mädchen habe. Ich habe Angst davor, dass sie auf irgendeine Art
psychische Misshandlung erfährt durch die Mutter und die Oma. Und vor allem
körperliche Misshandlung durch die Oma. Das, was ich Ihnen erstmal mitteile, ist
nur ein grober Auszug aus Erlebnissen der letzten 2 Jahre. Das, was ich ihnen
hier an Dingen erzähle, kann ich durch Whatsapp Verläufe mit der Mutter oder
durch Zeugen belegen, wenn es nötig ist. Aber auch alles andere, was ich in
dieser Mail noch nicht mitgeteilt habe.
Das folgende schreibe ich Ihnen auch, weil ich gerne wissen möchte, was ich tun
kann. Ich würde jede Hilfe annehmen. Ich würde mich freuen, wenn ich dem Kind
das geben kann, was es sich wünscht, einen regelmäßigen Kontakt mit mir. Und vor
allem das ich mir keine Sorgen machen brauche was dort bei der Mutter abläuft.
Ja, ich habe Angst um dieses Kind, was ich seit damals wie mein eigenes
angenommen habe.
Ich bin gerne bereit ein persönliches Gespräch mit ihnen zu führen.
Mit freundlichen Grüßen,
...
Dazu ist vielleicht gut zu wissen, dass ich 40 bin, meine Ex-Partnerin 42 und
ihre Eltern 68/70.
Auch das ich selbst keine Kinder habe.
Erstmal, um den Kontext von dem, was folgt, zu verstehen.
Im Mai 2023 hat sich meine Lebensgefährtin von mir getrennt, was ihrer Mutter zu
verdanken ist.
Diese Frau lebt seit der Trennung vom Vater ihres Kindes, nun 7 Jahren, im Haus
der Eltern.
Der Vater des Kindes hat freiwillig bei der Trennung sein Sorgerecht,
Umgangsrecht usw. abgegeben und sich auch nie bei seinem Kind gemeldet oder
versucht Kontakt aufzunehmen.
Dieser sitzt auch seit nun 6 Jahren wegen Mordes (richterliches Urteil und war
auch in den Zeitungen) im Gefängnis, da er später nach der Trennung seine
damalige neue Freundin erschlagen hat.
Das Kind weiß nicht, wer sein Vater ist. Dem wurde immer nur gesagt, dass er
doof ist und nichts mit ihr und der Mutter zu tun haben will.
Das Kind hat sehr schnell sehr viel Vertrauen zu mir gefasst. Das ging so weit,
dass es immer bei mir war, wenn die Mutter am Samstag arbeiten musste. Das habe
ich damals am Anfang gemacht, weil das Kind dies unbedingt wollte und nicht die
Zeit Zuhause bleiben wollte bei Oma und Opa. In der Woche war ich dann auch
immer ab 16 Uhr da und habe mit dem Kind z.B. Hausaufgaben gemacht, mich auch
mit ihr beschäftigt und nebenbei Hausarbeit erledigt, damit meine Partnerin das
nicht braucht, wenn sie Feierabend hat. Das Vertrauen zu mir ging so weit, dass
mir das Kind alles Mögliche erzählt hat, ohne dass ich nachfrage, was sie so in
ihrem Kopf beschäftigt. Die Mutter hat das seit Jahren versucht. Sogar mit
psychologischer Hilfe, dass das Kind sich ihr gegenüber öffnet. Ohne Erfolg.
Die Beziehung selber war sehr solide. Wir haben über Probleme ruhig gesprochen
ohne Streit. Gemeinsam Wege gefunden und am Ende gelacht und gekuschelt. Bis zu
dem Tag, als Oma meinte, sich einmischen zu müssen. Weil meine Partnerin oft
Samstag gearbeitet hat, war sie in der Woche einen Tag Zuhause und in der Zeit
hat Oma dann ihrer Tochter nahegelegt, sich von mir zu trennen. Und das nicht
nur einmal. Plötzlich war meine Partnerin immer angespannt und irgendwann habe
ich das aus ihr raus bekommen, was los ist. Erst ab dem Moment wo sich Oma
eingemischt hat mit 4 Augen Gesprächen bei ihrer Tochter gab es wirklich mal
richtigen Streit weil sowohl ich als auch das Kind oft aus dem Nichts angefahren
wurde und das in einer Tonlage die ich nur von Jugendlichen kenne die bockig
oder sauer sind.
Nun kommt ein Punkt, weshalb ich Angst um das Kind habe.
Einmal bin ich bei der Oma in die Küche gekommen weil ich das Kind gesucht habe.
Ich habe schon Meter vorher Oma brüllen hören. Als ich in der Tür der Küche
stand sehe ich wie Oma das Kind (Was Hörgeräte tragen muss) 20 cm vom Ohr
entfernt direkt ins Ohr brüllt "DU DUMME KUH! DU BIST ZU BLÖD ZU ALLEM! BIST DU
SO DÄMLICH DAS DU NICHT KAPIERST DAS DU DA UNTERSCHREIBEN SOLLST!" und dabei hat
sie die Hand des Kindes mit dem dies den Stift festgehalten hat mehrmals mit
voller Wucht auf den Tisch geknallt. Als Oma mich gesehen hat, hat sie sofort
von dem Kind abgelassen und mich erschrocken angeschaut. In dem Moment habe ich
nichts gesagt außer "Name, komm wir warten." und das Kind ist aufgesprungen und
raus aus der Küche. Was mich damals schon stutzig gemacht hat, dass das Kind
keine Mine verzogen hat. Weder ängstlich war noch irgendwas anderes. Für das
Kind schien es zumindest für mich aus zu sehen das es das von Oma kennt.
Tage später wurde zumindest meine Vermutung bestärkt dass Oma das öfters macht.
Es gab ein 8 Augen Gespräch zwischen meiner Partnerin, ihren Eltern und mir. Die
Oma hat kein einziges mal die Wörter "Entschuldigung" oder "Es tut mir leid" in
den Mund genommen. Einzig, was es gab, war eine Erklärung, dass meine Partnerin
doch weiß das sie manchmal so impulsiv ist und sie doch dafür nichts kann. Als
... schrillten bei mir die Alarmglocken. Keinerlei Einsicht, kein Wort der
Entschuldigung, sondern nur eine lapidare Erklärung, wieso man das gemacht hat.
Ab da war ich immer da, wenn das Kind Zuhause war. Dafür habe ich sogar meine
Arbeitszeiten anders gelegt, was ich Gott sei dank kann, da ich mittlerweile
Programmierer war und flexible Arbeitszeiten hatte.
Aber die Mutter des Kindes hat dort kein Wort gegenüber der Oma verloren. Ich
war es, der sie hat wissen lassen, wenn das mein leibliches Kind wäre, dann
würde sie ihre Enkelin nur noch unter Aufsicht sehen dürfen. Und das man egal
wie impulsiv man ist einfach nicht macht. Bei dem Gespräch wurde aber auch
nochmal bestätigt, dass meine Partnerin keine Absicherung hat und von der Gnade
ihrer Eltern abhängig ist, ob sie dort wohnen kann. Es gab und ich weiß das es
auch heute noch nichts gibt. Kein Mietvertrag, kein Nießbrauchvertrag, nichts.
Die Eltern sind um die 70 und es wurde schon damals meiner Partnerin suggeriert,
sie kann in dem Haus alt werden. Die Wahrheit ist aber dass selbst das Erbe von
den Eltern nicht geregelt wurde bis heute. Es gibt noch 2 Geschwister und damals
im Gespräch haben die Eltern einfach nur gesagt, sie wissen nicht, wie sie das
machen sollen. Und obwohl ich ihnen Vorschläge gemacht habe wie
Nießbrauchvertrag mit Wohnrecht auf Lebenszeit oder Kauf auf Rentenbasis, wurde
nie irgendwas umgesetzt.
Nur auch für den Kontext, was vielleicht erklärt, warum meine ehemalige
Partnerin ihren Eltern schon fast gefühlt hörig ist.
Dann der Tag der Trennung. 12 Stunden vorher hat mir meine Partnerin noch
gestanden, dass ich die Liebe ihres Lebens bin. 3 Wochen vorher habe ich einen
Brief von ihr bekommen, wie schön sie das mit uns findet und das ich mich so um
ihre Tochter und sie kümmere und nicht die Flinte ins Korn werfe wie alle vor
mir. Das ihre Tochter mich so lieb gewonnen hat usw.
Weil ihre Tochter irgendwann ihre Mutter fragt, ob sie mich Papa nennen kann.
Sie hat die Erlaubnis bekommen, wenn ich damit einverstanden bin. Natürlich war
ich das bei diesem innigen Verhältnis.
Ich könnte hier schon einen halben Roman schreiben, was passiert ist und wieso
Oma mich loswerden wollte. Ich kann aber schon einmal so viel sagen, Oma hat es
nicht gepasst, dass Ihre Tochter angefangen hat, mit ihrer Enkelin ihr eigenes
Leben zu leben und nicht immer mehr bei Fuß standen. Gleichzeitig hat sich da
raus kristallisiert, dass meine Partnerin ihren Eltern schon fast hörig ist.
Meine Partnerin hat vieles vorgeschlagen, was mir am Wochenende machen können
und das wir nicht bei ihr Zuhause sind, sondern bei mir. Sie hat ihren Eltern
aber bis heute nie gesagt, dass sie das so entschieden hat und nicht ich. Und
das obwohl ihre Eltern zum Ende hin offen gezeigt haben, dass ihnen missfällt,
dass wegen mir ihre Tochter und Enkelin ihre eigenen Wege gehen.
Nach der Trennung hat sich immer wieder was angebandelt zwischen mir und meiner
Ex Partnerin bis zu dem Punkt wo es für sie schön war. Dann hat sie eine 180
Grad Wende gemacht. Da fiel ganz oft folgender Satz:
Das zwischen uns funktioniert ja ABER meine Eltern!
In all der Zeit habe ich sehr oft und regelmäßig gefragt was das Kind macht, wie
es dem Kind geht. Sie hat auch von sich aus vom Kind erzählt. Meine Ex Partnerin
selber hat mich mal mehr mal weniger regelmäßig besucht und getroffen aber es
immer vor ihren Eltern geheim gehalten. Da kamen immer Ausreden das sie sich mit
ihrer Freundin ... trifft usw. Ich durfte auch nie zu ihr kommen in den letzten
1,5 Jahren bis auf zweimal. Einmal letztes Jahr einige Monate nach der Trennung
als ihre Eltern im Urlaub waren mit den Enkeln, wo auch ihr Kind mit bei war. Da
habe ich dort sogar 3 Tage verbracht. Und dann vor wenigen Wochen, als ihre
Eltern 5 Tage im Urlaub waren, war ich einen Abend da. Die einzigen zweimal in
1,5 Jahren, wo die Eltern nicht Zuhause waren.
Aber ich habe in den 1,5 Jahren auch solche Dinge von ihr erzählt bekommen, wie
dass ihr Kind 5 Tage durchgehend fast 42 Grad Fieber hatte. Nicht im Nach hinein
sondern während das war. Dieses fiebrige Kind musste aber mit sich draußen zum
Grillen hinsetzen, weil Oma und Opa gegrillt haben und meine Ex Partnerin
natürlich da mit sitzen musste und ihr Kind. Statt zum Arzt zu fahren, blieb man
die Tage Zuhause, weil Oma meinte, es reichen Fadenwickel. Und so eine Situation
gab es in den letzten 1,5 Jahren nicht nur einmal. Oder das meine Ex Partnerin
zu irgendwelchen Freunden gefahren ist, die 1,5 Stunden oder 2 Stunden entfernt
wohnen und ihr Kind IMMER bei Oma und Opa gelassen hat. Obwohl das auch Bekannte
sind, die sich darüber freuen, das Kind mal zu sehen.
Aber richtige Unternehmungen nur mit dem Kind machen tut sie nicht. Ja, nach
einem Arzttermin einkaufen oder Sushi essen, aber nachmittags einfach mal mit
dem Kind losfahren, irgendwas machen ist nicht. Was sie da gemacht hat nur mit
dem Kind an Unternehmungen kann man an einer Hand in 1,5 Jahren abzählen. Geht
ja auch nicht, weil sie da von ihren Eltern eingespannt wird. Sie muss der
Mutter im Haushalt helfen und dem Vater auf dem Grundstück.
Es gab dann im März einige Wochen, wo sie den Kontakt zu mir abgebrochen hatte.
Irgendwann gab es wieder Kontakt und ich habe mich mit ihr auf ihre Bitte hin
getroffen. Da hat sie mir zuerst erzählt, wie toll doch ihr Leben ist und das
alles gut ist. Ich habe damals weder versucht, körperliche Nähe aufzubauen noch
irgendwas anderes. Plötzlich ist diese Frau in Tränen ausgebrochen. Hat Nähe
eingefordert und mich einfach fest umklammert und gestanden, dass es ihr nicht
gut geht. Sie keine Zeit mehr für sich hat (Wenn man seine Freizeit statt dem
Kind den Eltern opferst, kein Wunder) und dass sie an ihr Kind nicht mehr ran
kommt.
Und da habe ich ihr dann Tipps gegeben, was sie tun kann, damit sie ein besseres
Verhältnis zu ihrem Kind bekommt. Wie das sie wenn das Kind ankommt sich einfach
kurz Zeit nehmen soll und nicht nur "Ahja, aha" sagen soll. Sondern einfach das,
was man macht, pausiert und kurz das Kind reden und zeigen lässt. Genauso das
wenn das Kind ankommt und kuscheln will man es nicht weg stösst sondern in den
Arm nimmt. Und nicht wie sie das macht nur das Kind kuscheln wenn ihr gerade
danach ist.
Das Kind hat es irgendwie aber auch im Dezember letzten Jahres geschafft das es
mir über das Handy der Mutter mal schreiben darf. Seither gab es ab und an einen
kleinen Austausch zwischen mir und dem Kind. Nichts was wirklich wichtig ist
aber der Kontakt war und ist immer noch da. Aktuell sogar etwas mehr.
Und nun kommen wir zum letzten Wochenende.
Am Samstag habe ich meiner Ex-Partnerin persönlich gesagt, dass ich
krankgeschrieben bin, weil mich die Arbeit krank gemacht hat. (Stress usw.) Und
dass ich momentan nur Leute um mich brauche, auf die ich mich verlassen kann.
Am Sonntagmorgen bekam ich eine Nachricht, ob sie mich am Nachmittag mit dem
Kind besuchen könnte. Aus dem Nichts heraus nach 1,5 Jahren durfte ich nun
aufeinmal endlich das Kind sehen. Ich hatte sie zwar in anderthalb Jahren oft
darum gebeten, aber nicht zu diesem Zeitpunkt. Natürlich habe ich sofort ja
gesagt.
Als dieses Kind aus dem Auto gesprungen ist, kam es sofort an und hat mich fest
umklammert und nicht mehr losgelassen. Sogar ganz deutlich im Beisein der Mutter
sagte sie, dass sie mich richtig doll vermisst hat. Sie hat mich erst
losgelassen, als ich nach Minuten meinte, ob wir nicht erstmal rein gehen
wollen. Auf der Couch habe ich mich zuerst einen Meter weg gesetzt weil das Kind
bei seiner Mutter saß und ich es nicht irgendwie bedrängen wollte. Hab es wissen
lassen das es jederzeit zu mir kommen kann wenn es kuscheln will. Und ich kannte
den Blick und die Geste, die ich als Antwort bekommen habe. Daraufhin hab ich
dem Kind angeboten das ich mich auch neben sie setzen kann worauf hin ein
breites grinsen und überdeutliches Kopfnicken kam. Das Kind hat sich
angekuschelt. Sogar dann sein Kopf auf meinen Schoss gelegt. Einfach meine Hand
gehalten.
Das Kind hat in der Stube fast nichts erzählt. Als ich mit ihm aber einmal durch
die Wohnräume gegangen bin weil ich soweit ja nun durch war mit Sanierung und
Renovierung und sie das noch nicht so kannte, fing dieses kleine Wesen plötzlich
an, als wir in der Küche allein waren, an zu reden wie früher. Hat mir erzählt,
dass sie bald ein Handy hat und dann kann sie mir selbst schreiben und zwar
dann, wenn sie will. Und wenn Mutti ihr meine Nummer nicht gibt, klaut sie sich
die aus Muttis Handy.
Und das Wichtigste: Sie hat mir von sich aus gestanden, sie will mich öfters und
regelmäßig sehen. Als ich gefragt habe ob sie das Mutti schon mal gesagt hat kam
ein leichtes Kopfschütteln. Als ich ihr vorgeschlagen habe das wenn sie sich
traut jetzt machen kann ist sie sofort in die Stube und hat da eine kleine
Ansprache hingelegt vor ihrer Mutter wo zumindest für mich ersichtlich war das
sich dies eine neunjährige nicht binnen 10 Sekunden ausgedacht hat. Das dies
schon lange in ihrem Köpfchen war.
Sie hat vor ihrer Mutter gestanden und gesagt, dass sie mich gerne regelmäßig
sehen will. Am liebsten einmal die Woche so wie das bei (Mutter hat dazwischen
geredet und sie dadurch unterbrochen). Sie hat aber weiter gemacht nach der
Unterbrechung. Hat ihrer Mutter sogar gesagt, dass sie ja nicht mit bei sein
braucht, wenn sie das nicht will. Sogar einen expliziten Vorschlag gemacht das
es ja nächsten Samstag ja schon was wäre weil Mutti ja sich da Nachmittags mit
einer Freundin trifft, Oma und Opa nicht da sind und ihre Freundin aus dem Dorf
auch nicht.
Anmerkung: An ihrem freien Wochenende, dem Samstag der kommt, fährt ihre Mutter
am Nachmittag nach Salzgitter, um sich mit einer Freundin zum Sushi-Essen zu
treffen. Diese Freundin kennt das Kind auch und das Kind liebt Sushi.
Ihre Mutter ist die Antwort offen geblieben.
Ich habe interveniert und dem Kind gesagt das ich das mit Mutti ganz inruhe mal
bespreche wie wir das hinkriegen könnten. Auch habe ich gleich nochmal das
wiederholt was ich ihr unter 4 Augen gesagt habe. Das vielleicht nicht sofort so
sein wird wie sie sich das wünscht, aber Mutti und ich werden bestimmt eine
Lösung finden, die wir beide uns öfter sehen können.
Das Kind hat sich gefreut.
Später war ich mit der Mutter in der Küche alleine und plötzlich aus dem Nichts
kriegt die Tränen in den Augen und mit quakiger Stimme sagt sie "Ich will am
liebsten weglaufen". Ich hab meine Ex-Partnerin einfach an mich gezogen und sie
hat mich sofort ganz doll fest gehalten und sich an mich geschmiegt. Ich hab sie
beruhigt, in dem ich ihr nochmal in Erinnerung gerufen habe, dass ich ihrem Kind
doch auch schon gesagt habe, dass es nicht sofort so sein kann, wie sie sich das
wünscht. Sie war beruhigt.
Nachdem sie wieder Zuhause waren hab ich mich für den schönen Nachmittag bekannt
und geschrieben das ich es echt schön fand und hoffe, dass sie es auch schön
fand. Ihre Antwort war, ich zitiere "Ja ☺️".
Dann plötzlich ab Montag 180 Grad Wende. Nur noch kurz und knapp geantwortet: Am
Dienstag dann per Whatsapp ein Text aus dem nichts "Ich kann das nicht. Ich kann
dir keine Stütze sein.". Wo ich mich gewundert habe, was das soll. Ich habe nie
verlangt, dass sie mich unterstützt.
Man muss dazu wissen, dass sie vor diesem Wochenende 3,5 Monate offen wurde beim
Schreiben. Sogar ohne zutun von mir, z.B. im Urlaub mit Oma meinte sie, dass sie
sich mehr als einmal gewünscht hätte, dass ich da gewesen wäre. Sie hat mir
gestanden in den 3,5 Monaten das sie das mit uns will und das sie mich öfters
sehen will als nur mal heimlich auf einem Parkplatz oder alle paar Wochen mal
einen Abend bei mir.
Und das, was nun passiert ist seit Montag kann ich mir nur wieder so erklären,
dass sie am Rad dreht, weil durch ihre Tochter ein Punkt gekommen ist, wo sie
ihren Eltern reinen Wein einschenken müsste, wenn sie der innigen Bitte ihrer
Tochter nachkommt, dass sie mich regelmäßig sehen kann. Eben das sie sich
entweder total abhängig von ihren Eltern fühlt und Angst hat sie wird
rausgeschmissen wenn sie nicht pariert und gesteht sie will das mit mir und
ihrer Tochter. Oder diese Frau hat irgendeine andere Angst aber will es sich
nicht eingestehen.
Weil sie einmal mit ihrem "besten" Freund gesprochen hat, im Mai letzten Jahres.
Danach kam sie bei mir an und sagte wortwörtlich "... hat recht". "Ich muss
akzeptieren, dass meine Eltern so sind und nicht so oft auf sie hören". Und dann
kam unter Tränen damals nachgeschoben "Ich will es aber nicht akzeptieren!" und
sie lag wiedermal in meinen Armen so wie schon öfters zuvor wo sie ankam und
meinte "Ich verstehe meine Eltern nicht".
...
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 25. September 2023 18:29
An: ...
Betreff: Unterlassene Hilfeleistung des Jugendamtes ...
Sehr geehrte Herr Thiel,
mein Name ist Mathilda Scholz - Name geändert,
ich bin 16 Jahre alt und wohne seit über drei Jahren nicht mehr bei meiner
Mutter. Selbstverständlich nicht grundlos.
Ich kämpfe für meine jüngeren Geschwister, die noch bei meiner Mutter leben.
Leider muss ich mich mit dem Jugendamt rumärgern. Immer wieder habe ich Beweise vorgelegt, wo selbst Ärzte sich gefragt haben, wie das sein kann, das dort Kinder leben dürfen. Doch für das feine Jugendamt war dies noch lange nicht dreckig genug. Sie haben nichts getan. Wirklich nichts. HPG-Gespräche ändern absolut nichts an den dort herrschenden Umständen. Grade nicht mit vorherigen Anmeldungen.
Meine Mutter war vom ... 2023 bis heute 2023) im Krankenhaus mit meinen Bruder ... .
Meine 11-jährige Schwester ist von Ort zu Ort in dem Zeitraum gewandert. Jedoch ist mir am 24. September zu Ohren gekommen, dass meine Schwester alleine sei und sie die Wohnung aufräumen soll. Ich habe mich mit meinem Pflegevater und dessen Lebensgefährtin zusammen gesetzt und wir drei sind in kürzester Zeit zum Entschluss gekommen, dass wir meine Schwester für die Nacht holen sollen.
Da wir .... nicht einfach mitnehmen dürfen, habe ich den Notfalldienst des Jugendamtes kontaktiert. Ich wurde mit Frau ... verbunden. Diese hatte sich mit dem Vater der letzten beiden Kinder meiner Mutter in Verbindung gesetzt (von ... und ...). Meine Schwester hat mich freiwillig mit in die Wohnung genommen, weil meine 4-jährige Schwester ... Anziehsachen brauchte.
Ich habe Bilder sowie Videos der dort stehenden Frau ... gezeigt. Diese meinte,
ich solle diese Beweisdokumente dem Jugendamt per Mail zukommen lassen. Alles
schön und gut. ... durfte nicht mehr in die Wohnung, der Haustürschlüssel wurde
ihr vom Nachbarn abgenommen, bei welchem sie auch übernachtet.
Nun habe ich dem Jugendamt alle Beweisunterlagen zukommen lassen, doch für was?
Dafür, dass meine 11-jährige Schwester für sage und schreibe EINE NACHT woanders
untergebracht wird? Und das, damit sie am nächsten Tag zurück zu meiner Mutter
darf? Wo liegt darin der Sinn? Denn sie soll nur die Wohnung aufräumen und dann
darf ... wieder dorthin. Nun hat das Jugendamt schwerwiegende Beweise und es
ändert nichts an der Tatsache oder wie? Wie kann sowas sein?
... geht weder regelmäßig zum Kindergarten noch ... zur Schule. Wie kann man als Sorgeberechtigte so wenig Verantwortung zeigen?
Und das ist dem Jugendamt egal.
Seit Februar versuche ich alles. Wirklich alles. Ich habe Tonaufnahmen
vorgespielt, Videos gezeigt, Bilder und Frau ... war selbst mit in der Wohnung
von Frau ...!
Aber das Jugendamt ist ja auch so dumm, dass die sich vorher anmelden, damit
meine Mutter aufräumen kann. Ich kenne es von früher. Und, eines sage ich Ihnen
darüberhinaus: Das Jugendamt wird keine Beweise vorfinden, wenn es meine Mutter
(wie aktuell) über 24 Stunden in der Wohnung lässt um aufzuräumen.
Meine Mutter sorgt sich so sehr um ihre Kinder, dass sie die Ärzte sich beim
Kindesvater Herr ... in schriftlicher Form über die Frau ... beschwert haben.
Ehrlich gesagt bin ich sehr verzweifelt. Das ist auch der Grund, weshalb ich
mich an Sie wende. Ich brauche Unterstützung. Meine Mutter genauso, aber aktuell
KANN sie kein Kind bei sich halten.
Meine Mutter tritt geistig weg und Co.
Ständig droht meine Mutter sich umzubringen, wenn man ihr die Kinder nimmt. Aber ist das ein Grund, dass ein Kind unter ein lebenslanges Trauma leidet? Ich weiß wovon ich rede, da ich selber unter anderen deswegen in Therapie bin. Ist es das wert? Das Leben der Kinder für das Leben der Mutter?
Hätte ich meinen Pflegevater und dessen Lebensgefährtin damals gehabt, hätte ich den Absprung nicht geschafft und mir wahrscheinlich das Leben genommen. Bevor auch meine Geschwester soweit sind oder es zu spät ist, appelliere ich an Sie. Bitte tun Sie etwas. Es macht mich kaputt. Und diese Angst, dass meine Geschwister sich auch das Leben nehmen wollen können, macht alles schlimmer.
Aber wie auch in der Vergangenheit ist das dem Jugendamt ... egal. Sie handeln schlicht erst dann, wenn es zu spät ist.
Aber JETZT ist die Zeit für Hilfe.
Selbstverständlicherweise lasse ich auch Ihnen die Bilder zukommen.
Bitte rufen Sie mich an oder antworten Sie auf meine Mail.
Meine Nummer lautet: ...
Alle weiteren Dokumente lasse ich Ihnen in einer anderen Mail zukommen, da die
Mbyte dieser Mail überschritten wurde.
Mit freundlichen Grüßen
...
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 30. Juni 2023 11:42
An: ...
Betreff: Sind wir ein Beratungsfall?
Sehr geehrter Herr Thiel,
vermutlich bekommen Sie die Frage häufig gestellt ob man eine Therapie wirklich
benötigt oder nicht.
Und auch ich frage mich ob meine Familie und ich einen Fall für Sie darstellen
und ob uns überhaupt geholfen werden kann.
Ich versuche in wenigen Worten unsere Lage zu schildern. Danach können Sie
entscheiden, ob wir beratungswürdig sind oder nicht.
Wo fange ich an? Wohl am Besten in der Gegenwart.
Wir sind eine kleine Familie. Das sind mein Mann (30), unser Sohn (3) und ich (29).
Aber immer öfter oder eigentlich schon seit 3 Jahren sind, wir keine Familie.
Und immer öfter sagen wir unserem Sohn, dass er das nicht kann, dass er dumm ist usw. Wir schreinen ihn an.
Ich persönlich bin dann auch ziemlich wütend und in Rage. In meinen Augen sieht unser Sohn bestimmt ganz viel Hass.
Aber eigentlich will ICH das gar nicht.
Verstehen Sie, auf der einen Seite will ich keine Mutter sein, und auf der anderen Seite will ich meinem Sohn nicht das gleiche Leid antun was mir angetan wurde.
Ich hasse mich deswegen. Bin wütend und gehe zum schreien in den Keller.
Mein Mann wollte damals dieses Kind unbedingt haben, hatte mir mit Scheidung gedroht wenn ich es abtreiben ließe.
Aber jetzt hasst er sich selbst dafür das wir dieses Kind bekommen haben.
Er hatte sich ein Kind haben anders vorgestellt. "Irgendwie einfacher. Und
anders eben. Das er ruhig ist" hat er neulich zu mir gesagt als ich ihm fragte
wie er sich das Leben mit einem Kind vorgestellt hatte.
Und manchmal denken wir daran unseren Sohn zur Adoption frei zu geben. Nicht
weil wir ihn nicht lieben. Sondern weil wir denken er hätte es woanders besser
als bei uns. Das andere Menschen ihn mehr lieben und akzeptieren können als wir.
Nun liegt es an Ihnen zu entscheiden ob Sie uns helfen können oder nicht.
Liebe Grüße
...
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Samstag, 23. Oktober 2021 19:44
An: ...
Betreff: Telefonat
Hallo,
und vielen Dank für den Anruf von ... .
Nachdem ich sechs Jahre mit meiner Freundin, unserem gemeinsamen Kind und einem
weiteren Kind meiner Freundin aus einer früheren Beziehung in unserer
gemeinsamen Wohnung gelebt habe, hat meine Freundin am Mittwoch einen
Krankenhaustermin von mir genutzt, um aus dem Urlaub zurück zu kehren und das
Türschloss der Wohnung auszutauschen.
Leider ist sie Inhaberin des Mietvertrages und ich
bin nicht in der Wohnung gemeldet.
Erst nach vielfacher Aufforderung durfte ich heute morgen erstmalig mit meinem
Sohn Max - Name geändert - (6) telefonieren.
Aufgrund der Ereignisse habe ich die Zustimmung zum Urlaub meiner Freundin mit unserem gemeinsamen Kind zurück gezogen und sie aufgefordert mit heute und am Sonntag Umgang mit meinem Kind zu gewähren, damit Matti, der von den Ereignissen genauso überfahren wurde wie ich, erleben kann das ich nicht verschwunden ist.
Am heutigen Samstag ist sie dieser Aufforderung nicht
nachgekommen.
Ich lebe jetzt in einer Obdachlosenunterkunft und suche dringend eine Wohnung
für mich und Max, von der aus er seine Grundschule im wohnungsknappen ...
erreichen kann.
Über Unterstützung und Beratung würde ich mich sehr freuen.
Meine Freundin ist nämlich Psychologin im Kinderschutz, schreibt Gerichtsgutachten und hat zudem ein Aufbaustudium Rechtspsychologie, nicht zuletzt auch durch meine Rückendeckung, abgeschlossen.
Die Vorteile liegen im kommenden Konflikt also sehr
deutlich auf ihrer Seite.
Freundliche Grüße
...
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 18. November 2020 17:46
An: ...
Betreff: Wie reagieren bei Verdacht auf emotionalen Missbrauch
Guten Tag Herr Thiel
ich habe ihre Kontaktdaten im Internet gefunden.
Als Mutter und Großmutter fühle ich mich meiner Familie verpflichtet. Das gilt
insbesondere für meine Enkeltochter, 4 Jahre alt. Auch wenn ich sie nicht oft
sehen kann, so telefonieren wir doch mitunter mehrmals wöchentlich.
So sehr ich auch meinen Sohn und meine Schwiegertochter liebe, so sehr Sorge ich
mich auch, dass ihr beider Verhalten sich langfristig negativ auf die emotionale
Entwicklung meiner Enkeltochter auswirkt.
Meine Schwiegertochter kommt selbst aus schwierigen Verhältnissen. Ihr Sohn aus
erster Ehe wuchs bis zum 15. Lebensjahr bei seinem Vater auf. Erst danach kam er
zu seiner Mutter. Kurz darauf wurde meine Schwiegertochter schwanger und meine
Enkeltochter wurde geboren. Sie kümmert sich meist rührend um sie und dennoch
gibt es Situationen wo ich am liebsten das Telefonat beenden möchte (mit meiner
Enkeltochter) weil ich meine Schwiegertochter im Hintergrund reden höre. Was sie
manchmal so von sich gibt tut den Ohren weh, wenn sie verstehen, was ich meine.
Hier ein paar Stichpunkte, die meiner Meinung nach an emotionalen Missbrauch
grenzen:
- meine Schwiegertochter spricht nicht nur sehr laut sondern schreit meine
Enkeltochter oft auch ohne ersichtlichen Grund an
- sie erwartet unbedingten Gehorsam von einer 4jährigen
- sie erwartet Selbständigkeit
- sie erwartet deutliches Sprechen
- sie ist sehr eifersüchtig und kontrolliert meinen Sohn (er darf keine Frau
beim Einkaufen anlächeln, sein Handy wird kontrolliert aber sie chattet mit
fremden Männern)
- oftmals erniedrigt sie sowohl meinen Sohn, ihren Sohn und meine Enkeltochter
- es kommen Aussagen wie: mein Vater hat da kurzen Prozess gemacht, der war wie
Adolf
- hör auf zu weinen oder du gehst ins Bett
- räum die Spielsachen auf oder ich schmeiße sie in die Mülltonne, dann sind sie
weg usw.
Meine Enkeltochter besucht zwar den Kindergarten. Dort ist sie sehr gut
integriert und hat auch sofort eine Freundin gefunden (mit Sprachschwierigkeiten
wegen Taubheit). Den Kindergarten besucht sie gern, weil sie dort Kind sein
darf. Sie freut sich auch wenn Oma und Opa zu Besuch kommen (oder Tante, Onkel
und Cousine) und stürzt sich förmlich auf uns um unsere Aufmerksamkeit zu
bekommen. Wenn wir dann mit ihr spielen ist sie überglücklich. Sie darf aber
nicht mit anderen Kindern außerhalb des Kindergartens spielen (sicherlich, dafür
ist sie vielleicht auch noch ein bisschen zu klein) noch gibt es Zeiten, wo die
Eltern sich mit ihr ausgiebig beschäftigen. Selten wird mal etwas gemeinsam
unternommen, abgesehen von Spaziergängen. Andererseits wird meine Enkeltochter
mit Spielzeug überhäuft (meinst von meinem Sohn) und mit neuen Sachen (meist von
meiner Schwiegertochter).
Meine Schwiegertochter regiert nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche. Hinzu
kommt, dass mein Sohn es nicht merkt oder nicht merken will. Er kommt nicht
gegen seine Frau an. Beide beteuern immer, dass sie sich lieben. Und ich glaube
ihnen das auch. Dennoch sehe ich Gefahren für das seelische Wohl meiner
Enkeltochter und hätte gern ihren Rat, wie ich hier am Besten vorgehe um
Schlimmeres zu verhindern.
Freundliche Grüße
...
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 18. November 2020 22:10
An: ...
Betreff: AW: Wie reagieren bei Verdacht auf emotionalen Missbrauch
Sehr geehrte Frau ...,
ich würde Ihnen diesbezüglich einen Kontakt mit dem Jugendamt empfehlen.
Sie könnten sich dort vorher versichern lassen, dass über den Kontakt und die
Besprechung Stillschweigen verabredet wird.
So würde wenigstens beim Jugendamt ein Aktenvorlauf geschaffen, auf den sich das
Jugendamt im Fall des Falles beziehen kann.
Vielleicht hat die zuständige Fachkraft auch eine gute Idee, wie man handeln
kann, ohne größere Schäden bezüglich Ihres guten Kontaktes zur Enkeltochter
anzurichten.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Thiel