Hochkonflikthaftigkeit

 

 

 

 

 

Peter Thiel 

Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

Telefon: 030 / 499 16 880 

Funk: 0177.6587641

E-Mail: info@praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Internet: http://praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Kontaktaufnahme per Mail wird empfohlen.

 

Die nachfolgenden Anfragen wurden teilweise leicht verändert, um die Anonymität der Anfragenden zu sichern.

 

 

 





-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 13. Januar 2023 11:33
An: ..
Betreff: Anfrage Familienhilfe

Hallo Herr Thiel,

aufgrund einer hochkonflikthaften Elternbeziehung mit dem Vater unserer zwei Kinder (Matthias, 3 und Julia, 6 - Namen geändert) wende ich mich an Sie.

Der Vater ist Engländer und spricht nur Englisch und Spanisch.

Wir sind seit August getrennt.

Die Sorge liegt nach einem Sorgerechtsverfahren nur bei mir, der Vater hat alle zwei Wochen von Freitag nach der Kita bis Dienstag zur Kita Umgang mit den Kindern. Aktuell und seit ich mich getrennt habe, spricht der Vater nicht mit mir und schreibt mich mit "Ms Müller - Name geändert" an.

Probleme entstehen, wenn der Vater die Kinder (im Moment aufgrund des Alters vor allem Julia) zu Aktivitäten bringen muss, das ist mittlerweile gerichtlich festgelegt, dass er dazu verpflichtet ist, weil er sie in seiner Umgangszeit kategorisch weder zu Kindergeburtstagen noch zum Schwimmkurs gebracht hat.

Die Problematik ergibt sich daraus, dass Julia relativ ängstlich ist.

Deswegen ist er der Meinung, er möchte sie vor Aktivitäten schützen und beispielsweise vom Turnen in der Kita befreien, da sei eine (von mir verursachte) Angststörung habe. Bei Gericht und im Gespräch mit dem Jugendamt äußert er immer wieder den Vorwurf ich würde die Kinder missbrauchen. Der Missbrauch bestehe darin, dass ich sie zu Aktivitäten zwinge.

Mit Bestärkung und Ermutigung schafft Julia aber einiges: sie hat vor Weihnachten einen Kletterschein gemacht.

Da war sie anfangs auch sehr schüchtern und hat in der Kennenlernrunde vor Angst sogar geweint. Wir sind dann aus der Runde raus, sie hat sich beruhigt. Und nachdem der Trainer und ich ihr aber den Druck genommen und gesagt haben, dass es auch voll ok ist, einfach zuzuschauen und sie gar nichts machen braucht was sie nicht möchte, alles was sie hier macht soll Spaß machen, ist sie am Ende die Wand bis ganz nach oben geklettert und einen Kopf größer aus dem Kurs gegangen.

Sie wartet jetzt vorfreudig auf einen Platz im Kinderkletterclub.

Mit dem Schwimmkurs war es ähnlich, da musste ich anfangs immer mit ins Becken und sie hat sich vor Angst an mich geklammert. Nach ein paar Malen hat sie das überwunden und hatte einen Riesenspaß. Mittlerweile hat sie ihr Seepferdchen bestanden. Von einem Wochenende auf dem Ponyhof ...n hat sie das Credos mitgenommen: "es ist OK Angst zu haben" und "Sich zu überwinden war die beste Entscheidung".

Ich würde mir sehr wünschen, dass der Vater diesen Umgang mit ihrem Wesen mitträgt.

Matthias zeigt in den Tagen nach dem Umgang zunächst in der Regel Ablehnung mir gegenüber. Ich habe dann den Eindruck, dass er Daddy gegenüber ein schlechtes Gewissen hat, wenn er mich lieb hat und eng mit mir ist. Das ist aber nur meine Interpretation. Die Ablehnung legt sich dann nach und nach und dann sind wir kuschelig und reden viel und blödeln rum und so weiter.

Für die Kinder wäre es generell sehr wünschenswert, wenn das Verhältnis zwischen dem Vater im mir sich verbessern könnte und sie das Gefühl haben dürften dass es absolut in Ordnung ist beide Eltern zu lieben. So wie die Situation jetzt ist, stellt sie ein Entwicklungsrisiko für die Kinder dar.

Eine Mediation bei ... hat der Vater leider nach einer Sitzung im Juni 2022 abgebrochen. Deswegen ist dieser Weg eine neue Annäherung, denn ich möchte die Hoffnung nicht aufgeben.

Ich würde mich freuen, wenn wir kurz telefonieren könnten, um die Möglichkeiten auszuloten.

Danke und viele Grüße

...


 

 

 

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