Häusliche Gewalt

 

 

 

 

 

Peter Thiel 

Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

Telefon: 030 / 499 16 880 

Funk: 0177.6587641

E-Mail: info@praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Internet: http://praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Kontaktaufnahme per Mail wird empfohlen.

 

Die nachfolgenden Anfragen wurden teilweise leicht verändert, um die Anonymität der Anfragenden zu sichern.

 

 

 

 

 






-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Samstag, 3. November 2018 12:37
An: ...
Betreff: Anfrage wegen eines Termins

Sehr geehrter Herr Thiel,

Sie haben zwar bereits meinem Mann ... eine Absage erteilt, weil Sie keine Kapazitäten haben, allerdings möchte ich mich noch einmal an Sie wenden um Ihnen die Situation noch einmal genauer zu beschreiben (was mein Mann sicherlich nicht getan hat) und Sie inständig um Hilfe zu bitten, weil wir sie bitter nötig haben.
Der Grund, dass mein Mann sich an Sie gewandt hat war, dass ich ihm nach einem tätlichen Angriff seinerseits mitgeteilt habe, dass diese Beziehung, wenn überhaupt, nur noch durch Mithilfe fremder Hilfe erhalten bleiben wird.
Leider sind bei diesem Angriff unsere zwei Kinder anwesend gewesen und haben dies alles mitbekommen.
Mich hat der Vorfall wachgerüttelt, die Kinder m.E. traumatisiert, mein Mann bagatellisiert das Ganze und schiebt es auf den Alkoholkonsum. Leider kam ein solcher Vorfall zwar nicht vermehrt, aber doch schon jetzt 3x vor. Außerdem vergreift er sich - auch im Beisein unserer Kinder des Öfteren in der Wortwahl mir gegenüber, was durch die Kinder in Konfliktsituationen mittlerweile auch gerne kopiert wird.
Unser Sohn 11 und kurz vor Beginn der Pubertät hat ein feines Gespür und kommt sehr schlecht mit der Situation, wie sie hier zur Zeit herrscht, klar.
Mein Mann kommt mit mir nicht klar, weil ich, gestärkt durch eine Psychotherapeutin, mich keinesfalls wieder klein machen möchte und dubiose Schuldzuweisungen nicht als gerechtfertigt annehmen möchte. Dies bringt natürlich unser bisheriges Familiengebilde völlig aus den Fugen und die Kinder leiden einfach nur sehr schlimm unter all diesem Chaos.
Mein Mann war lange Zeit sehr gegen eine Eheberatung. Ich habe über direkt nach dem Vorfall im Mai einen Termin bei einem Familientherapeuten ausgemacht bei dem ich dreimal war und mein Mann auch einmal mit war. Leider hat der Therapeut nicht den Zugang zu meinem Mann gefunden und daher wollte er nicht mehr mitgehen. Meine Bedingung daraufhin war, dass ER! einen neuen Therapeuten suchen muss. Das hat er sehr zögerlich getan und es hat sich nun über mehrere Wochen hingezogen. Scheinbar haben Sie irgendwie Vertrauen auf ihn ausgeübt, aber nun kehrt er der Idee leider wieder den Rücken zu. Die Empfehlung Ihrer Kollegin kommt für ihn nicht in Frage und ich denke auch, dass ein Mann in unserem Fall der bessere Ansprechpartner ist.
Aber wir brauchen diese Hilfe dringend! Vor allem, und das ist mir so unendlich wichtig, für die Kinder. Ich will diese Ehe nicht unbedingt retten, wenn das nicht geht, aber ich brauche eine Hilfe wie wir mit dieser Situation irgendwie klar kommen um den Schaden, den die Kinder sicherlich davon tragen zumindest begrenzen können.
Wenn Sie irgendeine Möglichkeit sehen uns irgendwie in Ihren Zeitplan einbauen zu können wäre ich Ihnen wirklich sehr sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

 


 

 

 

----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Donnerstag, 19. April 2018 20:15
An: ...
Betreff: Beratung


Sehr geehrter Herr Thiel,

...

Unsere kleine Familie braucht dringend Hilfe, vorwiegend bei der Bewältigung unseres Misstrauens gegenüber des Partners und der Art und Weise des Umgangs. Kurz zu uns:

Damit meine ich mich, ... (25), meinen Lebensgefährten ... (29) und unsere Tochter ... (3).
Leider habe ich durch meine Familiengeschichte und einen für mich sehr schweren Schicksalsschlag mit Depressionen zu kämpfen, welche ich in meinen eigenen Augen aber relativ gut unter Kontrolle habe. Ich bin ein sehr aufgeschlossener, freundlicher Mensch, der immer die Ruhe bewahrt und auch in Extremsituationen versucht positiv zu denken. Eigentlich bin ich auch immer die pure Lebensfreude gewesen, doch in den letzten 3 Jahren merke ich selber, wie sehr ich mich durch den derzeitigen Stress von meiner eigentlichen Persönlichkeit abwende. Ich bin in mich gekehrt, vertraue meine Ängste und Sorgen niemanden mehr an und Kämpfe alle Kämpfe selber aus. Zudem habe ich das Gefühl, eine alleinerziehende Mutter zu sein, die nur in der Kritik steht und kontrolliert wird.

Mir ist bewusst dass ich in der Vergangenheit viele Fehler gemacht habe, aber ich versuche einen Neuanfang, jedoch glaubt in meinen Augen niemand an mich.

Mein Freund arbeitet 32 Stunden in ...., er liebt seine Tochter über alles, streift aber jegliche Verantwortung, egal in welcher Art, auf mich ab. An sich habe ich damit keine Probleme, jedoch verletzt es mich zutiefst, dann ständig kontrolliert zu werden, und immer an allem Schuld zu sein, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. Dadurch verbarrikadiere ich mich in meinen eigenen Gedanken und niemand weiß was ich denke.

Der ausschlaggebende Punkt, dass ich Ihre Hilfe ersuche ist, dass ein Streit in der Nacht vom ... letzte Woche eskaliert ist. ... hatte wieder Alkohol getrunken und als ich ... ins Bett gebracht hatte, wollte er “10min mit mir wie eine erwachsene Person” reden. Er wurde jedoch beleidigend und meinte ich wäre eine tickende Zeitbombe, jeder denkt ich wäre krank und wäre unberechenbar. als er mich dann als dumm und hirnlos beschimpfte, wollte ich wortlos den Raum verlassen und er fing an mich zu schlagen, es war so schlimm, dass er mir den Kopf gegen die Wände schlug, mir in die Nase biss, und mich regelrecht unter den Heizkörper neben der Toilette prügelte. Dabei hielt er mir Mund und Nase zu und drückte mir die Luft eine gefühlte Ewigkeit weg, sodass ich dachte er bringt mich um. Als ich ihn wegschubsen konnte, meinte er ich würde das alles schauspielern und ich soll leise heulen, unser Kind schläft nebenan.

Darauf hin verlies ich die Wohnung, rief meine Freundin an, und holte die Polizei. Seitdem wohne ich mit ... bei ihr, weil ich keinerlei Vertrauen mehr habe. Die Anzeige ist noch in der Schwebe, ich habe 3 Monate Zeit mich zu entscheiden, da ich an unsere Familie denke, behalte ich mir dass Recht noch ein, in der Hoffnung es ändert sich was. Er entschuldigte sich zwar, aber versuchte seine Tat zu rechtfertigen, auch wenn er dies bestreitet. Ich will ... nicht den Vater wegnehmen, aber ich habe Angst und lasse sie ungern bei ihm, nur wenn ich dabei bin. In diesen Momenten zeigt er mir keinerlei Gefühle und Versuche der Annäherung. Er versuchte die Verletzungen herunterzuspielen und meinte, wer weiß ob du dir die Verletzungen nicht selber zu gefügt hast. Trotzdem fragt er immer wieder, wann wir wieder kommen. Jedoch habe ich keine Ahnung ob das funktioniert und ob ich das will. Alle raten mir eine Trennung, aber da es doch irgendwo noch Gefühle gibt, möchte ich nicht aufgeben und ihre Hilfe. Es wäre Klasse, wenn Sie nach Erhalt dieser Mail kurz antworten können, wann und in wie fern eine Hilfe Ihrerseits möglich wäre.

Ich danke Ihnen im Voraus

Mit freundlichen Grüßen

...


 

 

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