Diagnose

 

 

 

 

 

Peter Thiel 

Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

Telefon: 030 / 499 16 880 

Funk: 0177.6587641

E-Mail: info@praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Internet: http://praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Kontaktaufnahme per Mail wird empfohlen.

 

Die nachfolgenden Anfragen wurden teilweise leicht verändert, um die Anonymität der Anfragenden zu sichern.

 

 

 





-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 3. Juli 2018 23:41
An: i...
Betreff: Die Geister, die ich rief.

Sehr geehrter Herr Thiel,

wir suchen Orientierung durch eine Beratung.

Unsere Frage: Sollen wir unserem Kind Ergotherapie "antun" oder uns gegen die "Diagnose" der Erzieherin wehren?

Zur Gescichte:

Unser Sohn (geb. Janur 2013) nässte plötzlich über einen Zeitraum von 4 Wochen regelmäßig nachts ein, nach fast 2 Jahren nahezu unfallfreier Trockenheit. Auf der Suche nach der Ursache, die meine Frau und ich nicht zu Hause sahen, fragte ich im Kindergarten ob "unser Kind denn
besonderem Stress in der Kita ausgesetzt sei, da er seit kurzer Zeit wiederholt einnässe?"(Unser Sohn ist in diesem Verhalten klischeehaft
männlich, Probleme werden alleine verarbeitet). Anscheinend fühlen sich die Erzieherinnen nun besonders berufen ihn zu beobachten und zu
beurteilen was gestern zur Empfehlung des Beginns einer Ergotherapie (wegen Verhaltensauffälligkeit) führte. Das verunsicherte meine Frau und
mich und wir möchten uns dagegen zur Wehr setzen(respektive die Nicht-Aufnahme einer Therapie entsprechend vertreten können). Ich habe
vor ein paar Jahren "Kindheit ist keine Krankheit" von Dr. Michael Hauch aus Düsseldorf gelesen und fand das erlebte Szenario fast perfekt
beschrieben in diesem Buch wieder (Empfehlung eines Therapeuten etc.) und deshalb wollen wir unser Kind ungern in die Mühlen der Therapie
reinwerfen, da wir die Ansicht vertreten, dass sich alles innerhalb eines normalen Rahmens abspielt. Uns ist bewusst, dass Eltern einen
rießigen blinden Fleck auf das Verhalten ihrer eigenen Kinder haben, daher auch die Unsicherheit. Wir sehen die Ursache der
Verhaltensauffälligkeit unseres Kindes jedoch im Tagesablauf des Kindergartens verortet. Von 7.00 Uhr bis 9.30 Uhr nach dem Frühstück
sind die Kinder mit Stillsitzen beschäftigt, erst danach werden die Spielecken geöffnet und dass freie Spiel kann beginnen. Meine Frau und
ich bemängeln, dass dem Bewegungsdrang von Jungen in der Kita zu wenig Raum gegeben wird. Das äußert sich beispielsweise darin, dass die
Klamotten des jüngeren Bruders (andere Gruppe) regelmäßig "schön" dreckig sind und der Große sich schon über zu wenig Freiluftaufenthalte
beschwert hat; bei uns(!).

Im Elterngespräch wurde das (plötzlich verhaltensauffällige) Kind noch gelobt für seine vielseitigen Interessen, seinen überdurchschnittlichen
Umgang mit Stift und Schere, sein großes Allgemeinwissen, welches auch er auch gerne mitteilt , sein Lieblingshobby zuhören (mit stundenlanger
Ausdauer) wenn eine Geschichte vorgelesen wird, etc. etc. Eine Sonderbehandlung hat unser Großer bei den Mahlzeiten erfahren, da er
hier ausgeprägt (wie zu Hause auch) zum Quatschmachen neigt und sich und andere regelmäßig vom Essen abhält, weswegen er (mehr oder minder
dauerhaft) einen Einzeltisch mit einer Erzieherin besetzt.

Noch ein paar subjektive Fakts von denen wir ausgehen, dass diese den Hintergrund beleuchten.

Fernsehschauen: 2x10 min pro WE seit 16 Monaten, vorher gar nicht, Fernseher hat einen eigenen Raum unterm Dach.

Regelmäßiger Tagesablauf; Ja, gemeinsame Mahlzeiten mit allen Familienmitgliedern

Gleichmäßige Bettgehzeiten zw. 19.00 und 19.30 Uhr.

Zu 90 % Gute Nacht Geschichte durch uns Eltern an jedem Abend.

Letzte Woche bei der U9 beim Kinderarzt gewesen. -> Alles Gut.


Wir hoffen auf baldige Antwort.


Mit freundlichen Grüßen

...

 




-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 4. Juli 2018 10:36
An: ...
Betreff: AW: Die Geister, die ich rief.

Sehr geehrter Herr ...,

wie Sie vermutlich richtig anmerken, haben Sie offenbar Geister gerufen, die Sie nun erst mal nicht los werden.

Das ist so ähnlich, als wenn Sie mal nackt durch die Stadt laufen, da haben Sie am nächsten Tag auch Stress an der Backe.

Ihre Frage beim Kindergarten, ob "unser Kind denn besonderem Stress in der Kita ausgesetzt sei, da er seit kurzer Zeit wiederholt einnässe?", dürfte einen Abwehrreflex bei den Erzieherinnen hervor gerufen und überschüssige Energien freigesetzt haben, die nun auf das Kind (Indexpatient) und auch auf Sie gerichtet sind.

Damit das alles einen Sinn macht, der die Erzieherinnen nicht ängstigt, muss das Kind irgendwie krank oder wenigstens behandlungsbedürftig sein.

Ist es aber krank und behandlungsbedürftig, braucht es eine "Therapie", hier in diesem Fall offenbar eine sogenannte Ergotherapie, jedenfalls irgendwie eine "Therapie", denn wenn eine Therapie beginnt, wird die Diagnose zur Wirklichkeit. Beginnt keine "Therapie", dann könnte man meinen es handle sich um ein Bagatellproblem oder vielleicht sogar überhaupt kein Problem.

In Deutschland werden jedes Jahr einige Tausend "Therapien" durchgeführt, damit die Diagnose bestätigt wird. Vermutlich werden jedes Jahr einige Tausend Menschen durch "Therapien" dauerhaft arbeitsunfähig, ohne Therapie, wären sie dagegen nach wenigen Wochen wieder arbeitsfähig geworden. Aber irgendwie müssen doch die hohen Krankenkassenbeiträge einen Sinn haben, wenn man ohne Krankenkasse gesund werden kann, wozu braucht es dann Krankenkassen und Krankenkassenbeiträg?

Müssten die Bürger/innen und Bürger "Therapien" selber direkt bezahlen, also nicht über den kostenverstärkenden Umweg über die Krankenkassen, dann gäbe es vermutlich 80 Prozent weniger "Therapien" und die Menschen wären wesentlich gesünder. So weit meine Sicht der Dinge auf das krankenpolitische System.

Doch wie kann nun das konkret vorgetragene Problem gelöst werden? Als systemischer Berater und Therapeut sage ich natürlich, da brauchen Sie einen guten Systemiker, der gemeinsam mit Ihnen, den Erzieherinnen und anderen relevanten Personen das "Problemfeld" auflöst.


Mit freundlichen Grüßen


Peter Thiel

 





-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 4. Juli 2018 19:40
An: ...
Betreff: Re: Die Geister, die ich rief.

Sehr geehrter Herr Thiel,

vielen Dank für Ihre Zeilen.

Wir wohnen in ... und arbeiten beide in ... .

Das bei einer Nachfrage, die auf Zusammenarbeit ausgerichtet ist, in meinen Augen ein Abwehrreflex entsteht hätte ich mir nicht träumen lassen, aber so ist nun mal die Lage. Ich möchte das Thema wieder vom Tisch kriegen und meinen Jungen so lassen wie er ist und bin gerne bereit eine Stunde Beratung in Anspruch zu nehmen, um einen Punkt zu setzen beim Kindergarten falls das Thema aktiv weiterverfolgt wird. Welchen Vorlauf haben Sie bei Ihrer Terminplanung?

...


Mit freundlichen Grüßen

 


 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 4. Juli 2018 21:28
An: ...
Betreff: AW: Die Geister, die ich rief.

Sehr geehrter Herr ...,

ob die Lage so ist, weiß ich nicht, es ist aber meine Hypothese.

Gucken Sie sich doch den Zoff mit Seehofer und Merkel an, da muss auch keiner zur Ergotherapie.


Ich empfehle Ihnen nun erst mal Gelassenheit oder wie es in einem Buchtitel heißt:

Wie Sie durch Nicht-Wollen und Nicht-Tun alles erreichen.


Der Inhalt des Buches ist allerdings wenig fundiert. Aber manchmal reicht es, einen Buchtitel zu lesen und sich den Rest der Lektüre zu ersparen.


Entspannen Sie sich und wenn Ihnen langweilig wird, gucken Sie einen netten Fernsehbeitrag an, bei dem ich mitgewirkt habe.


Ein bisschen Spaß muss sein

Wildsäue und Gurkentruppe

„Wildsäue“ und „Gurkentruppe“ - letzter Ausweg Neuwahl? Peter Thiel - Systemischer Therapeut therapiert die Bundesregierung - bei "2 plus Leif" am 21.06.2010 auf SWR. Mit dabei: Cem Özdemir, Bündnis 90/Die Grünen, Bundesvorsitzender und Peter Altmaier, CDU, Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion

https://www.youtube.com/watch?v=qW5SfDK367M





Mit freundlichen Grüßen


Peter Thiel





 

 

 

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