Chemotherapie

 

 

 

 

Peter Thiel 

Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

E-Mail: info@praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Internet: http://praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

 

Die nachfolgenden Anfragen wurden teilweise leicht verändert, um die Anonymität der Anfragenden zu sichern.

 

 

 



-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Donnerstag, 4. Januar 2024 09:09
An: ...
Betreff: Beratung Paar/Familie Krebserkrankung

Guten Morgen,

Im Oktober habe ich die Diagnose Brustkrebs erhalten.

Ich bin 34 Jahre alt und wir haben 2 Kinder. Unser Sohn ist 4 und unsere Tochter 2.

Mein Mann arbeitet sehr viel, ich bezeichne ihn gern oder auch ungern als arbeitssüchtig. Freizeitaktivitäten scheinen ihm keinen Spaß zu bereiten.

Durch meine Krankheit „funktioniere“ ich jetzt einfach nicht mehr wie vorher. Die Chemo schlaucht und mit den Kindern fühle ich mich immer häufiger überfordert.

Ich wünsche mir in der Zeit einen einfühlsamen Partner, aber das fällt meinem Mann schwer.

Gestern hatten wir erneut ein Krisengespräch und sind beide der Meinung wir schaffen es nicht alleine aus der Krise, wollen uns aber Hilfe suchen.

Im Internet bin ich auf ihre Seite gestoßen und wollte fragen, ob ich richtig bei ihnen bin und sie überhaupt Zeit für Beratungen haben.

Vielen Dank für eine Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

 

 


-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 1. Februar 2022 18:04
An: ...
Betreff: Terminwunsch für Eheberatung

Hallo Herr Thiel,

ich schreibe Ihnen mit der Bitte um einen Terminwunsch für eine Paarberatung für meinen Mann ... und mich.

Wir sind seit 11 Jahren verheiratet, haben 2 Töchter mit 9 und 12 Jahren und eigentlich dachte ich, bzw. wir beide, dass wir zusammen trotz allen Herausforderungen glücklich sind.

Die letzten 2 Jahre waren ziemlich belastend für die Familie. Mein Mann hat 2019 eine Krebsdiagnose erhalten (HPV-induziertes, metastasiertes Peniskarzinom).

2019/2020 war geprägt von Krankenhausaufenthalten (2 Operationen, 3 Monate Chemotherapie, Rehaaufenthalt), aber wir haben das gemeinsam wirklich gut hinbekommen.

Mein Mann lässt sich durch Nichts aus der Ruhe bringen, er ist ein Meister darin, Negatives auszublenden. Diese Stärke und Ruhe habe ich immer an ihm bewundert und geliebt, er war immer mein Fels in der der Brandung, aber in dieser schwierigen Situation hätte ich mir oft mehr Emotionen gewünscht.

Er hat - auch der Familie zuliebe - immer versucht stark zu sein. Ein möglicher schlechter Ausgang der Therapie war für ihn gar nie eine Option. Ich hingegen habe mir große Sorgen um ihn und unsere Familie gemacht, sowohl emotional als auch finanzielle was von seiner Seite so massiv kritisiert wurde, dass ich sehr schnell nicht mehr über meine Sorgen gesprochen habe. (Das gilt eigentlich für alle Themen in unserer Beziehung… für ihn werden Probleme erst durch darüber reden zum Problem.)

Mir selbst ging es während seines letzten Chemoblocks körperlich so schlecht, dass ich trotz hochdosierter Schmerzmittel nicht in der Lage war, mich selbständig anzuziehen. Unsere damals 9 jährige hat mir morgens beim Anziehen geholfen. Mein Mann hat das in seiner damals sehr schlechten körperlichen Verfassung nicht verstanden, was ich wiederum auch verstehen konnte, mich trotzdem ziemlich verletzt hat.

Der Krebs ist zum Glück besiegt und der Tumor an der Vorhaut konnte ohne größeren Schaden operativ entfernt werden, aber die Chemo hat irreversible schwere Nervenschäden hinterlassen. Die schlimmste Folge ist eine ausgeprägte und zunehmende Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit), was ein Familienleben mit 2 halbwüchsigen Mädchen und mir für ihn fast unerträglich macht. Auch für uns ist diese Situation extrem belastend, da selbst normale gemeinsame Mahlzeiten, normale Gespräche oder schon die Geräusche des ..., Schubladen öffnen, Papierrascheln, Glas abstellen,... für ihn zu laut sind.

Aber wir haben uns akklimatisiert, versuchen Rücksicht zu nehmen, wo es nur geht und wir haben auch viele schöne Zeiten zusammen.

Im September ist mein Mann zum ersten Mal seit Langen für eine Woche mit dem Motorrad verreist. Er hat an einer Reise mit einer organisierten Gruppe teilgenommen und kam völlig verändert nach Hause. Er war entspannt, voller Energie und ständig auf Achse. Auf dieser Reise hat sich zufällig eine Gruppe Menschen zusammengefunden, die alle schwere Schicksale zu bewältigen hatten oder haben und er hat sich zum ersten Mal geöffnet. Ich habe mich wahnsinnig für ihn gefreut und hatte in der Folge auch für uns als Familie die Hoffnung, dass jetzt alles wieder besser wird und ein Stück Leichtigkeit zurück kommt. Es ist auch vieles besser geworden, wir wollten unseren Hochzeitstag im November feiern, hatten oft Besuch von Freunden, mit den Mädels lief alles super, aber ich war irgendwie alarmiert. Seine Veränderung war so extrem, dass ich misstrauisch geworden bin.

Leider musste ich dann am 6. Dezember feststellen, dass mein Mann eine Affaire mit einer der Teilnehmerinnen der Reise hat. Seine Euphorie hat wohl kein Ende gefunden und er hat sich verliebt…..

Für mich ist seither nichts mehr, wie es war. Ich schlafe nicht mehr, bin völlig unberechenbar, ich schaffe es fast nicht, meinen Alltag zu bewältigen, Arbeiten zu gehen. Ich bin maßlos enttäuscht, nach allem, was wir durchgemacht haben erntet die Früchte eine völlig Fremde. Für mich fühlte sich unsere Partnerschaft unzerstörbar an und ich war mir sicher, dass uns „sowas“ niemals passiert.

Wir hatten schon viele gute Gespräche seitdem seine Affäre aufgeflogen ist, anfangs auch eine viel größere Nähe wie seit Jahren, aber auch sehr viele destruktive, verletzende Auseinandersetzungen.

Für ihn ist die Sache jetzt beendet und ich soll doch Bitteschön auch wieder weitermachen wie vorher. Aber das kann ich nicht. Seine kühle, berechnende, logische Art und meine emotionale kommen zur Zeit überhaupt nicht miteinander klar. Das, was wir am meisten an dem anderen geschätzt haben, wird uns jetzt zum Verhängnis. Ich habe leider sehr viele unschöne Dinge zu ihm gesagt, je größer mein Schmerz, desto schlimmer wurden die Worte.

Wir wollen beide unsere Beziehung, unsere Familie unbedingt retten - eine Trennung ist eigentlich für uns beide keine Option. Aber im Moment schaffen wir es nicht, Lösungen zu finden, mit denen wir beide gut leben können.

Insbesondere ich habe große Angst, dass ich diese Bilder nie mehr aus dem Kopf bekomme, dass „Sie“ immer zwischen uns stehen wird, zumal mein Mann sie zwar als Geliebte, aber nicht als Freundin aufgeben möchte. Er wirft mir jetzt vor, dass ich mit meiner abnormale Reaktion auf eine harmlose wenige Wochen dauernde Affäre seine wiedergefundene Lebensfreude und neuen Freunde boykottiere.

Mir ist der Gedanke, sie irgendwann wiederzusehen so zuwider, dass ich völlig überzogene Hassgefühle entwickle, die mir richtig Angst machen. So habe ich mich noch nie erlebt….

Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem wir irgendwie nicht weiterkommen. Ich kann es einfach nicht vergessen, ich fühle mich zutiefst gedemütigt und gekränkt, kann ihm nichts mehr glauben und bin wahnsinnig mißtrauisch. Ich weiß, dass ich damit noch viel mehr kaputt mache, aber die Bilder und dieser Hass auf die andere Frau machen völlig verrückt. Ich habe keine Ahnung, wie ich jemals darüber hinweg kommen soll, ihm wieder vertrauen kann.

Nun haben wir die Hoffnung, dass uns vielleicht eine Paarberatung langfristig helfen kann. Mein Mann würde mir zuliebe mitkommen, für sich selbst sieht er keine Notwendigkeit., er hat’s angeblich abgehakt….

Wenn Sie eine Chance sehen, dass Sie uns helfen können, dann freue ich mich sehr, wenn wir zu Ihnen kommen dürfen.


Herzliche Grüße

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-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Donnerstag, 30. Dezember 2021 14:59
An:...
Betreff: Anfrage auf Familietherapie

Guten Tag Herr Thiel,

mein Name ist ..., bin 43 Jahre, verheiratet und habe 2 kleine Kinder 3 und 5 Jahre.

Mein Mann bekam im Juli die Diagnose Speiseröhrenkrebs und wurde Ende August direkt operiert.

Leider gab es große Komplikationen, mit Not OP, Koma und einem sehr langen Aufenthalt auf der Intensivstation.

Die Kinder durften den Papa 7 Wochen nicht sehen und konnten auch leider keinen Kontakt über Videoschaltung mit ihm haben da der Empfang sehr schlecht war.

Auch die Situation nach dem Krankenhaus, mit der gesamten Umstellung und der aktuellen Chemotherapie fordert noch viel von uns.

Meine Schwiegermutter und ich haben versucht alles zu geben und aufzufangen was geht und die doch lebensbedrohliche Situation immer kindgerecht zu erklären.

Unser Kinderarzt Dr. ... hat uns nahegelegt eine Familientherapie zu machen um zu gucken in wie weit es Unterstützung Bedarf .

Daher meine Bitte und Frage hätten Sie die Möglichkeit uns aufzunehmen?

Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort!

Alles Gute und freundliche Grüße

...

 

 

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