Coronakrise

 

 

 

 

 

Peter Thiel 

Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

Telefon: 030 / 499 16 880 

Funk: 0177.6587641

E-Mail: info@praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Internet: http://praxis-fuer-loesungsorientierte-arbeit.de

Kontaktaufnahme per Mail wird empfohlen.

 

Die nachfolgenden Anfragen wurden teilweise leicht verändert, um die Anonymität der Anfragenden zu sichern.

 

 

 

 

 


 
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 5. Oktober 2020 17:12
An: ...
Betreff: Chaos 
 
Hallo
Bei uns herrscht seit drei Wochen Chaos in der Familie. Die Situation hat sich festgefahren und ich weiß nicht mehr weiter. Meine Tochter (15) spricht seit drei Wochen nicht mehr mit ihrem Bruder (20). Einen Tag nach ihrer Konfirmation hatte er Freunde eingeladen und den ganzen Tag das Wohnzimmer belegt, in dem sie sein wollte. Es war ein nettes Treffen mit ehemaligen Mitschülern nach langer Zeit. Leider hat er das nicht eingesehen und auch nichts Freundliches oder Entschuldigendes zu ihr gesagt. Danach hat sie noch einmal versucht, mit ihm zu reden. Das Gespräch war nicht gewinnbringend, er beharrte auf Sachlichkeit und sie kam nicht weiter. Seitdem geht sie ihm aus dem Weg, redet nicht in seiner Gegenwart und verlässt das Zimmer, in dem er ist. Wir versuchen das zu akzeptieren. Mein Sohn kann das nicht respektieren und fühlt sich von ihr schlecht behandelt. Er kritisiert vorwiegend meine Erziehung und mischt sich ein.
 
Eigentlich ist er bereits im letzten September zum Studium nach X gegangen. Insgesamt ist er noch sehr anhänglich und fast jedes Wochenende gekommen. Nun musste er ein Corona Online Semester zu Hause machen. In der Zeit fehlte ihm auch sein Leben dort, wir plötzlich alle vier zu Hause, das war schon länger zu viel. So hocken wir dank der wenigen Möglichkeiten zu verreisen monatelang aufeinander, parallel erlebt meine Tochter eine sehr intensive Zeit der Pubertät. Letzte Woche haben wir meinen Sohn schon nach X geschickt, damit ein wenig Ruhe und Normalität einkehrt. Wegen einer Familienfeier gestern ist er angereist und hatte, wie wir alle gehofft, dass sich etwas verbessert hat, was nicht der Fall ist. Ich war schon froh, dass wir in einem Auto gefahren sind, sie ab und zu etwas gesagt hat und die Feier nicht boykottiert hat. Auf dem Rückweg hat mein Sohn sich über ihr Kaugummikauen herablassend geäußert und schon waren alle Anfänge dahin. Ich bin wirklich verzweifelt, weil ich merke, wie der häusliche Unfrieden an mir nagt. Derzeit sehe ich keinen Weg das Ganze aufzulösen oder nur sinnvoll ins Gespräch zu kommen.
 
Ich wäre sehr dankbar, wenn Sie mir einen Rat geben können. Sollen/ können wir auf die Kinder einwirken? Was können wir tun?
 
 
Viele Grüße

...


 

 

 

 

 


 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 3. Juli 2020 13:30
An: ...
Betreff: AW: Interview-Anfrage

Sehr geehrter Herr Thiel,

vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung. Es tut mir leid, dass Sie noch nicht die bereichernde Erfahrung einer unentgeltlichen Unterstützung um der Sache und der Menschen Willen machen konnten. Was nichts kostet ist nichts wert..?

Ich stimme Ihnen zu, dass das Bildungswesen chronisch unterfinanziert ist. Für mich ist das ein Grund mehr, jeden Menschen nach meinen Möglichkeiten zu unterstützen, der sich engagiert, zur Weiterentwicklung unserer Bildungslandschaft beizutragen. Hätte ich jede wertvolle Information, jeden bereichernden Austausch bezahlen müssen, den mir andere Menschen ganz uneigennützig haben zuteil werden lassen, könnte ich als Student meinen Lebensunterhalt trotz mehrer Jobs nicht bestreiten.

Im Übrigen ist die Situation der meisten Dozierenden an deutschen Universitäten alles andere als rosig und üppig. Viele erhalten nur befristete Verträge und decken dennoch mehrere Stellen gleichzeitig ab. Von monatelangem Urlaub kann in den meisten Fällen kaum die Rede sein.

Was Corona anbelangt, reichen mir die Todesopfer und die schreckliche Situation vieler Ärtzt*innen aus, die über Leben und Tod entscheiden müssen, um mich an die Hygienebestimmungen zu halten. Wahrscheinlich werden Sie sich jetzt fragen, wo sie denn sind, die Tausenden Todesopfer und überfüllten Intensivstationen. Richtig, in Deutschland ist es so weit noch nicht gekommen. Vielleicht haben die Sicherheitsmaßnahmen etwas damit zu tun.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und dass auch Sie noch die Erfahrung gegenseitiger Unterstützung machen, die an sich so wertvoll, dass sie nicht durch monetäre Gegenleistung aufgewertet werden muss.

Mit freundlichen Grüßen,
...




-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 3. Juli 2020 19:02
An: ...
Betreff: AW: Interview-Anfrage

Lieber Herr ...,

ich habe mich schon ehrenamtlich engagiert, da waren Sie noch im Kindergarten.

Ich sehe aber nicht ein, dass ich für Universitäten und Hochschulen, die im Geld schwimmen dem Deppen spiele und damit dieses ausbeuterische System unterstütze.

Sind Sie für oder gegen den Kapitalismus?



Apropos Corona, kennen Sie die Geschichte mit den verscheuchten Elefanten?

Watzlawick erzählt in seinem Buch "Anleitung zum Unglücklichsein" die Geschichte vom verscheuchten Elefanten:

Ein Mann klatscht aller 10 Sekunden in die Hände.
Nach dem Grunde für dieses merkwürdige Verhalten gefragt, erklärt er:
Um die Elefanten zu verscheuchen.

Elefanten? Aber es sind doch hier gar keine Elefanten.
Darauf der Mann. Na also, sehen sie.

https://de.wikipedia.org/wiki/Anleitung_zum_Ungl%C3%BCcklichsein#Die_verscheuchten_Elefanten



Genau so mit Corona, die Regierung klatscht in die Hände verbrennt 250 Milliarden Euro und sagt dann, seht ihr, deswegen ist es bei uns so gut und die Maskenpflicht machen wir, damit die Leute nicht auf die Idee kommen, dass wir Schwachsinn veranstalten.



Ihnen eine gute Zeit




Peter Thiel





 


 



-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 14. Juni 2020 19:11
An: ...
Betreff: Familie ...


Liebes Team,

wir, das ist die Familie ... aus ..., brauchen Rat und Hilfe.

Wir sind:
... ,Jg 67
..., Jg 70
Sohn ..., Jg 2007
Tochter ..., Jg 2008

Wir sorgen uns um unsere Tochter ..., die sich von uns sehr distanziert, abkapselt, isoliert und schon seit längerer Zeit unglücklich wirkt. Sie sagt selbst, sie fühlt sich einsam und wünscht sich eine Pflegeschwester, Pferd oder Hund. Gleichzeitig ist sie jedoch auch sehr stur, bockig und tyrannisch. So boykottiert sie z.B. die Schule und hat schon einige Fehltage. Immer wieder kommt es beim Thema Schule zu Kämpfen und Streit - da haben wir in jedem Fall eine Baustelle (Stichwort Überforderung, Stress usw.). Corona hat uns hier natürlich nochmals schwer getroffen, denn so hatten wir den Stress die ganze Zeit zu Hause.

Aber am meisten sorgt uns ihr Unglück, manchmal denken wir, sie ist depressiv. Leider spricht sie mit uns nicht über ihre Sorgen, sie vertraut uns nicht. Aber Angebote für eine Therapie lehnt sie ab. Sie will auch mit niemand anderem sprechen. Wir hatten schon Kontakt mit profamilia. Aber irgendwie brauchen wir wohl mehr und intensivere Hilfe, vor allem, damit wir vielleicht auch besser damit umgehen können und Klarheit bekommen, was eigentlich los ist. Aktuell fühlen wir uns sehr verunsichert in unserer Erziehung. Das belastet die ganze Familie, natürlich auch unseren Sohn ... . Wir müssen ihn und auch uns schützen und natürlich ist unser oberstes Ziel, ... wieder fröhlich zu sehen. In der Thematik Pflegefamilie kam auch schon zur Sprache, ob sie in eine andere Familie gehen kann.

Oder ist all ihr Verhalten Teil der Pubertät und Abnabelung von uns? Das erscheint uns allerdings alles etwas krass, um es immer nur darauf zu schieben.

Sind wir mit unserem Gesuch bei Ihnen richtig?

Über eine Nachricht würden wir uns freuen.

Viele Grüße aus ...


Familie ...

 

 

 

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 19. April 2020 12:16
An: ...
Betreff: Erziehungsberatung

Sehr geehrter Herr Thiel,

Wir sind Eltern von 3 quirligen Kindern, A.... 6 Jahre, B... 4 Jahre und C 2 Jahre.

A... war schon immer sehr willensstark, allerdings wird es durch die Coronakrise gerade sehr schwierig mit ihm. Ihm fehlt natürlich sein Ausgleich durch Fußball und toben mit den Freunden und zu Hause sind immer noch die 2 kleinen Schwestern.

Er verweigert nun fast alles, respektiert keine Regeln oder Grenzen und reagiert sehr schnell impulsiv und laut. Konsequenzen in Form von Verboten tangieren ihn nicht mehr, positive Verstärkung z.B. durch einen Belohnungsplan und Gespräche über seine Gefühle und Wünsche haben auch wenig bis gar keinen Erfolg.

Wir wissen aktuell nicht, wie wir weiter mit seinem Verhalten umgehen sollen und würden uns über professionelle Unterstützung sehr freuen; sofern dies aktuell möglich ist.


Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

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